Bővebb ismertető
Von Arthur Schnitzler bis Gert Jonke
spannt sich der weite Bogen österreichischer Erzählkunst.
Dabei ist der Wandel vom Beginn unseres Jahrhunderts bis in
diese Tage deutlich erkennbar. Er liegt wohl vorerst im Stil,
denn hierin klaffen sicher Welten zwischen Schnitzler und
Jonke. Die Wehmut einer sterbenden Monarchie macht dem
Jonke nicht mehr zu schaffen. Er stellt die Form über den
Inhalt. Beide Dichter aber sind im Grunde, wenn auch auf
konträre Weise, doch gesellschaftskritische Autoren.
Was sich inhaltlich also geändert hat, von Schnitzler Ms Jonke,
von 1900 bis 1985, das sind primär die historischen Rahmenbe-
dingungen. Diese Zweite Republik ist ein Wohlfahrtsstaat, den
alle wollen. Die Erste Republik war ein ihrer selbst nicht
sicherer Verlierer, „ein Staat, den keiner wolltescheinbar
eine „Konkursmasse" nach einem alten, dynastischen Donau-
reich. Wer ahnte damals, 1918, schon, daß an die Stelle
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Österreichs 1938 mit dem Großdeutschen NS-Reich der größte
Alptraum der Geschichte treten würde.
Darum wohl waren die Jungen, und sind es viele wohl heute
noch, zunächst geschichtslos, wie Wolfgang Bauer etwa, ?fer
?fer vorjährigen „Taschenlektüre" für diese Richtung als typisch
präsentiert wurde. Scharf hebt sich da die Generation eines
Fritz Habeck, eines Alexander Lernet-Holenia und eines Ernst
Lothar von jener des Gert Jonke, der Barbara Frischmuth, der
Ilse Aichinger („Aufforderung zum Mißtrauen") und des Peter
Rosei ab.
Aber auch die Jungen werden älter. Manche hat die Geschichte
eingeholt (Peter Handke und Peter Henisch). Renate Welsh
freilich, diese tapfere Frau, hat die Geschichte nie verdrängt,
sondern immer, bis heute versucht, sie sozialkritisch zu bewälti-
gen.