Bővebb ismertető
Vorwort
Kein Sammelgebiet ist in den letzten Jahren so populär geworden, wie das Uhrensammeln und hier besonders das Sammeln von Taschenuhren. Der Reiz liegt in der Kleinheit des Objektes, das in jeder Wohnung Platz findet. Oder es ist die künstlerische Gestaltung der Gehäuse und der komplizierte Mechanismus der Uhrwerke. Bei vielen ist auch die Wertanlage Sammelantrieb, weil gerade die Taschenuhr in den letzten Jahren sehr großen Wertzuwachs erfuhr. Als der Verlag im Sommer 1977 mit der Bitte an mich herantrat, für die dreibändige Uhrenenzyklopädie den zweiten Band, der das Thema »Taschenuhren« behandeln sollte, vorzubereiten, waren Umfang, Format und Zahl der Abbildungen bereits in engen Grenzen festgelegt. Dennoch sollte eine Übersicht vor allem der heute noch Sammlern und Liebhabern zugänglichen, aus Privatbesitz, auf Auktionen und Messen angebotenen Uhren geschaffen werden. Ich war mir der Schwierigkeit bewußt, von dem alljährlich großen Angebot »Taschenuhren« hier eine überschaubare Auswahl treffen zu müssen, die einmal in straffen Zügen die Entwicklungsgeschichte und Vielfältigkeit der Taschenuhr von der Halsuhr bis zum Tourbillon aufzeigen und zum anderen gleichzeitig den Erfordernissen eines Bestimmungsbuches genügen sollte. Deshalb sind hier die Uhren nicht streng chronologisch nach ihrer Entstehungszeit summarisch aufgereiht, wie es sich ein kritischer Leser evtl. mit Blick auf bereits vorhandene Werke gewünscht hätte, sondern in kleinen Gruppen zusammengestellt, um den Charakter eines Bestimmungsbuches zu erhalten. Als grobe Aufteilung bot sich hier die »Taschenuhr mit Schlüsselaufzug« und die »Taschenuhr mit Kronenaufzug« an. Bestimmend für die einzelnen kleineren Gruppen war die Technik, die Funktion und Indikation der Uhr, wie sie auch von Liebhabern und Freunden alter Uhren in eigenen Sammlungen unterschieden wird. Der eine oder andere interessierte Leser wird feststellen, daß diese oder jene berühmte oder ihm wichtig erscheinende Uhr unerwähnt bleibt, dafür aber eine völlig unbekannte, weniger wertvolle, gleich in mehreren Abbildungen groß herausgestellt wird. Ein Grund wurde schon erwähnt: Ich wollte möglichst solche Uhren vorstellen, die sich noch im Handel oder in
bestehenden kleineren Privatsammlungen befinden. Ein anderer Grund war: Die Bereitschaft vieler Sammler, mir ihre Uhren, deren Anschaffung oft mit großen persönlichen Opfecn verbunden war, zum Zerlegen, zum Reinigen und zum Fotografieren anzuvertrauen, war so groß, daß bereits bei der Disposition eine Auswahl getroffen werden mußte. Dies darf nicht wertend verstanden werden, sondern die vorliegende Bilddokumentation will das bereits vorliegende Schrifttum ergänzen, erweitern und vervollständigen. Hierbei konnte aber nicht ganz vermieden werden, daß sich dennoch einige Uhren aus früheren Schriften wiederholen oder in einer anderen Gruppierung vorgestelh werden, um die Vielseitigkeit des uhrmacherischen Schaffens in vergleichender Darstellung aufzuzeigen.
Auch dem Sammler, der im Text den komplizierten Mechanismus oder den Uhrmacher seiner Uhr nicht findet, mag es ähnlich gehen. Dazu sei folgendes gesagt: Dieses Buch hat sich nicht die Aufgabe gestellt, eine lückenlose Darstellung aller Erfindungen und eine vollständige Zusammenstellung aller Uhrentypen aufzuzeigen. Dafür war der vorgegebene Rahmen viel zu klein. Es ging also vielmehr darum, dem Sammler einige mir aus konstruktiven Gründen wichtig erscheinende Hemmungen, Schlagwerke, Zifferblattindikationen und Gehäuseformen vorzustellen, um an ihnen die vielfältigen Mög-Hchkeiten zur Lösung eines Problems zu erklären oder die Gründe für die wechselhaften Formen der Gehäuse anzudeuten. Besonders bei komplizierten Taschenuhren legte ich Wert auf den »Blick unter das Zifferblatt«, der verständlicherweise vielen Sammlern und meist auch den Besitzern solcher Uhren verborgen bleibt, weil sie ihre Uhren selten oder nie selbst zerlegen. Denn gerade hier zeigt sich, welche hochkomplizierte Mechanik erdacht werden mußte, um eine Uhr Minuten schlagen zu lassen oder um den Zeiger eines Kalenderwerkes vom 28. Februar gleich auf den i. März springen zu lassen.
Dann fand ich, daß die preisgünstige Taschenuhr, sei es eine einfache Spindeluhr um 1S20 oder die ererbte Silbertaschenuhr vom Großvater, besser als bisher gewürdigt werden sollte. Aus vielen Auktionskatalogen erkennt man deutlich, daß die einfache Taschenuhr in zunehmendem Maße an Interesse gewinnt und oft den Grundbestand eines Auktionsangebotes bildet. Hier wird auch der beginnende Sammler reich-lith Anschauungsmaterial in den verschiedenen
Gruppen finden, die er zum Vergleich mit den eigenen Uhren heranziehen kann. Datierungen wurden nach bestem Wissen vorgenommen, sie beziehen sich hauptsächlich auf die Gehäuseform. Dennoch können es nur Richtwerte sein, die aufgrund anderer Kriterien von diesen evtl. etwas abweichen können. Für konstruktive Kritik bin ich jederzeit dankbar. Von wenigen Einzelstücken ausgenommen sind alle in dieser Bildsammlung gezeigten Uhren in gleicher oder sehr ähnlicher Art heute noch auf dem »Uhrenmarkt« erhältlich.
An dieser Stelle möchte ich mich zuerst bei den vielen Sammlern bedanken, weil sie den wichtigsten Beitrag zu diesem Buch leisteten, aber aus verständlichen Gründen hier nicht namenthch genannt werden wollen. Ohne ihre Mithilfe und ohne ihr großes Vertrauen, mir das Zerlegen und Fotografieren ihrer Uhren zu erlauben, hätte ich die Arbeit zu diesem Buch nicht beginnen können. Besonders möchte ich mich bei Herrn Theodor Beyer in Zürich für seine verständnisvolle Mithilfe bedanken, der mir seine umfangreiche Sammlung - aufbewahrt und zu besichtigen in: