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Technische Kuriositaten [antikvár]

Walter Conrad

 
Um das Arbeitsvermögen unserer Muskeln ist es, technisch gesehen, nicht gerade zum besten be-stellt. Selbst der am Strand bewunderte athletische Körperbau kann daran nichts ándern: Für ein ganzes Jahr harter Muskelarbeit könn-ten wir günstigenfalls 150 bis 180 kWh auf die Rechnung setzen. Bereits unsere noch fellbekleideten Vorfahren sahen sich der Tat-sache gegenüber, eben keine »Bárenkráfte« zu besitzen. Seitdem, bis zum heutigen Tage, dachten sich Menschen zahlreiche Kniffe und Hilfsmittel aus, diesen Mangel zu umgehen. Die...
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Um das Arbeitsvermögen unserer Muskeln ist es, technisch gesehen, nicht gerade zum besten be-stellt. Selbst der am Strand bewunderte athletische Körperbau kann daran nichts ándern: Für ein ganzes Jahr harter Muskelarbeit könn-ten wir günstigenfalls 150 bis 180 kWh auf die Rechnung setzen. Bereits unsere noch fellbekleideten Vorfahren sahen sich der Tat-sache gegenüber, eben keine »Bárenkráfte« zu besitzen. Seitdem, bis zum heutigen Tage, dachten sich Menschen zahlreiche Kniffe und Hilfsmittel aus, diesen Mangel zu umgehen. Die Liste von Er-findungen und Entdeckungen ist schier unübersehbar. Sie verzeich-net Hebel und NuBknacker ebenso wie Rolle, Rad, Bagger und Kran. DaB sie auch Kurioses und Unnützes enthált, versteht sich von selbst. Unter StoBseufzern und vielen SchweiBtropfen wurde schon in fernliegenden Zeiten auch die wichtige Erfahrung gewonnen: Kraftersparnis bedeutet Wegverlángerung. Wer immer — etwa im altén Ágypten — eine schráge Rampe aufschüttete und zum Heben schwerer Lasten benutzte, muBte das bemerken, obwohl ihn noch Jahrtausende von der Erkenntnis und Formulierung des Energiesat-zes trennten. Viele Jahrhunderte lang waren Tiere die verbreitetsten »Moto-ren«. Als Zugkráfte behaupteten sie sich bis weit in das 19. Jahrhun-dert. Selbst heute falit es manchem von uns schwer, auf Leistungs-angaben in Pferdestárken zu verzichten. Dabei weiB jedermann, daB Pferde es nicht schaffen würden, über lángere Zeit »1 PS« zu leisten. Tiere brauchen Futter, Sklaven muBte man wohl oder übel ernáh-ren. Die Kraft des Windes und des strömenden Wassers hingegen stehen ohne Gegenleistung zur Verfügung. Daher sucht man sie von alters her einzuspannen. Der Wind ist ein ungebárdiger, oft unge-stümer Geselle. Das erschwert seine Nutzung auch heute, da sich ihm das Interesse von Konstrukteuren und Erfindern erneut und verstárkt zuwendet. Strömendes Wasser — bewegt durch Höhenun-terschiede, Gezeiten, Wellenschlag — bietet mehr Varianten als der Wind an. Es blieb nicht bei den vor der industriellen Revolution alléin vor-handenen Antriebskráften Muskeln, Wind und Wasser, und man konnte sich auch nicht mit der anfánglich euphorisch gepriesenen Dampfmaschine zufriedengeben. Wann und wo immer wáhrend der Entwicklung von Wissenschaft und Technik »neue« KraftáuBe-rungen entdeckt wurden, fanden sich Mühlenbauer, Techniker und nicht selten auch Nichttechniker, die aus ihnen Antriebskraft zu ge-winnen suchten. 8

Termékadatok

Cím: Technische Kuriositaten [antikvár]
Szerző: Walter Conrad
Kiadó: Urania-Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3332001248
Méret: 170 mm x 240 mm
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