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17. VORLESUNGTliermische und kalorisehe Eigensehaften der Dampfe/67. Allgemeines über DámpfeWir hatten bisher vorwiegend die Zusammenhánge betrachtet, die für den idealen Gas-zustand gelten. Infolge des Fehlens innerer Kráfte zwischen den Molekeln bestelien relatív einfache Gesetze zwischen den Zustandsgröfien.Die meisten Gase und technischen Gasgemische können mit einer für technische Zwecke genügenden Genauigkeit bis zu Drücken von ungefáhr 20 at als ideale Gase behandelt werden. Für genaue physikalische Messungen und Berechnungen trifft das jedoch nicht mehr zu.Nun gibt es eine groBe Zahl von technisch wichtigen Stoffen, wie das Wasser, die auch in gasförmigem Zustand vorkommen, jedoch schon bei technisch üblichen Drücken so weit von dem Grenzzustand des idealen Gases entfernt sind, dafi die Krafte zwischen den Molekeln sicli starker bemerkbar machen. Sie werden bei bestimmten Zustánden so grófi, dafi die Molekeln, die bisher jeden dargebotenen Raum ausfüllten, unter plötzliclier Án-derung verschiedener physikalischer Eigensehaften sehr dicht aneinanderrücken, so dafi das spezifische Volumen stark verkleinert wird. Diesen Vorgang nennt man KoncLen-sation. Der Stoff ist von dem Zustand der Gasphase in den der flüssigen Phase überge-gangen.Unter bestimmten Bedingungen können beide Phasen gleichzeitig nebeneinander bestelien. Sie sind durch die Phasengrenzflache voneinander abgegrenzt, die gleichzeitig durch die sprunghafte Anderung der Dichte und des Brechungsexponenten für Licht die beiden Phasen sichtbar werden lafit.Die gasförmige Phase bezeichnet man dann als Dampf, und zwar als Sattdampf, der die gleiche Temperatur besitzt wie die mit ilim koexistente1) Flüssigkeit. Der Verdampfungs-und auch der Kondensationsvorgang gehen bei konstanter Temperatur vor sich. Erst wenn die gesamte vorhandene Flüssigkeit verdampft ist oder wenn eine Dampfmenge nicht mehr in Warme- und Stoffaustausch mit einer Flüssigkeitsoberflaclie steht, kann durch Warmezufuhr die Dampftemperatur über die Sattdampftemperatur erhölit werden.Dampf, dessen Temperatur höher ist als die zu seinem Druck geliörende Sattdampftemperatur, bezeiclmet man als Heipdampf.Das oben beschriebene Verhalten, die Möglichkeit der Verflüssigung, ist für alle gas-förmig auftretenden Stoffe nachgewiesen, nur die Temperaturen, bei denen die Konden-sation eintritt, sind sehr verschieden.1) lat. con = zusammen; existo = ich bestehe.