Bővebb ismertető
VORWORT
Theologie hat auch eine biographische Komponente. Deswegen hat es Sinn, sie nicht losgelöst von ihren Autoren zu besdireiben. Damit ist freilidi nicht einem personalistischen Verständnis das Wort geredet. Vielmehr soll unsere „Gesdiidite in Porträts" gerade demonstrieren, daß auch die eigenwilligste Theologie ihre Zusammenhänge und Bezogenheiten hat. Sie steht nidit für sich allein, sondern in einem Kontext, durch den sie angeregt und angezweifelt wird. Der Theologe produziert nicht nur, er repräsentiert audi Tendenzen seiner Zeit. Er ist Partner, das heißt Teil-Nehmer und Teil-Geber innerhalb eines komplizierten geistigen und gesellsdiaftlichen Prozesses, in den er hineinverwickelt ist und dem er sich nicht zu entziehen, sondern dem er zugute zu kommen versuchen sollte.
Die Partizipation der Theologie an den geistigen und gesellschafllichen Prozessen der Gegenwart ist ein interessanter und dramatischer Vorgang. Der Anfang der Geschichte der Fragen und Antworten der Theologie des 20. Jahrhunderts läßt sich selbstverständlich nicht mit dem Jahr 1900 datieren. Die Weidien sind viel früher gestellt worden. Nicht von ungefähr greifen wir heute immer wieder auf F. Schleiermadier oder auf S. Kierkegaard oder auf H. Newman zurück. Audi das 18. Jahrhundert kommt mehr und mehr in unser Blickfeld. Aber um einen überschaubaren Raum abzustecken, sind bei der Auswahl der in diesem Buch skizzierten Theologen nur solche berücksichtigt worden, die noch bis in unser Jahrhundert hinein gelebt und gearbeitet haben.
Einerseits ist der Kreis weit gezogen. Er bezieht nicht nur Sdiultheologen ein. Wichtigste theologische Fragen werden weithin von Nichttheologen formuliert: von Psydiologen oder Philosophen, von Naturwissenschaftlern oder Sdiriftstellern. Was macht Theologie aus? Doch nicht eine Reflexion, die allein die Kirche oder das Dogma zum Thema hat. Theologie ist weniger ein Ressort als eine Dimension in allen Ressorts. Die Wirklichkeit ist nicht ihr Gegensatz, sondern ihr Gegenstand. Deswegen ist das Revier — trotz deutlicJier und notwendiger Fronten — auch nicht konfessionell einzugrenzen. Ofi: ist es die fruditbarste Theologie, die „auf der Grenze" entworfen wird. In unserm Budi rücken Katholiken, Protestanten, Angli-kaner. Orthodoxe und Juden eng zusammen mit Denkern, angesichts derer alle Versuche einer Fixierung oder Denunziation scheitern. Manch-