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Vorbemerkung - auch eine Art Bestandsaufnahme
Die eigene Sprache lernen ist nicht Sache des Glaubens, ( ), sondern Sache des Wissens. Aber eine fremde Sprache (summarisch) lernen ist nicht Sache des Wissens, wie die verpfiischenden sogenannten Lehrkiäfte meinen, sondern Sache des Glaubens. (Es soll so viel wie möglich gesprochen und gelesen, so wenig wie möglich überlegt, vorbereitet werden; es soll viel weniger auf Fehler geachtet werden als darauf, die höchst-mögliche Quantität von Wörtern, am besten laut sprechend, zu venvenden. Die Herren Lehrer aber sagen „denke scJmrfi überlege genau und ruhig, bevor du sprichst" und bringen es mit ihrer Methode dazu, daß die Schüler nach siebenjährigem Studium sich noch nicht französisch verständlich machen können.)
Ludwig HohP
In einer Zeit, da in Deutschland die institutionalisierte Literaturwissenschaft vielerorts, wie Orest von den Eryrmien, endlich von den frei flottierenden Signifikanten kanoriisch in Beschlag genommen worden ist, einen Materialienband zur germanistischen Literaturtheorie für ungarische Studierende zu publizieren, bedarf wohl einer Erläuterung. Aus dem, was gerade in Mode, d.h. zur Aktuahtät gekommen ist, einen Maßstab für die Gültigkeit von Bildungsstandards zu zeugen, hat sicher viel mit machtpolitischen Kalküls und der daraus folgenden Eigenmächtigkeit von Diskursen, wenig jedoch nur mit der Einsicht in die realen Probleme von Lehre und Forschung am Fach zu tun. Mag durchaus sein, daß die oft genarm-ten, wohl bekarmten und wenig gelesenen Bücher jenes 'Derrida' geheißenen Franzosen, einst Aushängeschild des Neuen, bald von den Motten gefressen werden, wie die Blockabsätze in ein paar Jahren verschwinden, mit denen die jungen Frauen bis vor kurzem noch zu imponieren wußten, weil sie gerade en vogue waren. - Statt a limine auf Trends sich einzulassen, ist es dienlich, Überlegungen zu einer Irmenansicht des Fachs anzustellen.