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ITTELALTER
Ermahnungen Sankt Stephans an seinen Sohn, den heiligen Emerich
Die Ermalinungen des ersten ungarisciien Königs, Stepiians I. an seinen Sohn Prinz Emerich enthalten das Herrschaflsprogramm des Königs. In diesen Ermahnungen weist Stephan I. u.a. auch auf die Vorteile eines Mehrvölkerstaates hin. Diese Ratschläge bilden die Grundlage zu der Intensivierung der mittelalterlichen deutschen Kolonisation.
Wie die Gäste (die Fremden) aus den verschiedensten Ländern und Provinzen kommen, so bringen sie auch die verschiedensten Sprachen und Sitten, die verschiedensten Erfahrungen und Waffen mit sich, welche alle den königlichen Hof bereichern und erheben und die Selbstsicherheit der Feinde einschüchtern. Denn ein Reich mit einer Sprache und denselben Sitten ist hinfällig und zerbrechlich. Deshalb befehle ich dir, mein Sohn, daß du sie (nämlich die Gäste und die Fremden) wohlwollend gedeihen läßt und in Ehren hältst, damit sie lieber mit dir leben, als irgendwo anders wohnen. Denn wenn du beflissen sein wirst, das zu zerstören, was ich vereinigt habe, so wird davon das Reich ohne Zweifel den größten Schaden erleiden.
Lű Történelmi olvasókönyv II. Forrásszemelvények. 1962. Budapest, S. 221. (Aus dem Ungarischen übersetzt.) Schilling, R., Deutscher Volkskalender des UDV, Jg. 1 (1925), S. 10.