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1Am meisten werden mir die sieben Flüsse fehlen. Sieben Flüsse strömen dort zusammen, wo ich früher einmal gelebt habe und wo ich jetzt nicht mehr lebe. Sie verwandeln sich in einen einzigen, kräftigen Strom, der nach Osten fließt. Sieben scheint mir eine Menge zu sein. Ich sage das dem Schalterbeamten in der Post, woraufhin der mich zu einem Dummkopf erklärt. Es seien nämlich noch nicht mal vier, und was ich für sieben Flüsse hielt, seien bloß Nebengewässer, die von den Hauptströmen abzweigten. Aber der Postmeister weiß eben nur, was er weiß, und ich weiß, was ich weiß. Die Gewässer ergießen sich ineinander und brodeln als aufgebrachtes Ganzes gemeinsam dahin. Sieben Flüsse sind sieben Flüsse, und sie verwandeln sich in einen einzigen. So wie aus sieben Tagen eben eine Woche wird. Ich betrachte die Tochter des Postmeisters, ein hübsches Kind mit braunem Haar und schüchtern. Sie sieht weg. Ich überlege, wie sie sich entwickeln wird. Meine Fantasie schweift in die Zukunft und stellt sich die unglaublichen Veränderungen vor, die mit ihr und in ihr vorgehen werden.Was sagst denn du dazu? frage ich sie. Wie alt bist du schon?Sieben, sagt sie. An den Samstagen darf sie mit dem Postmeister hinter den vergitterten Schalter.Das stimmt, bestätigt der Beamte.Und damit ist der Fall klar, sage ich. Es sind sieben Flüsse.Ich lege meinen Stift auf das Formular. Ich gebe gerade mein Schließfach auf, Postfach 246. Fast nie war etwas drin gewesen. Die Bibel spricht davon, man solle stets eine Tür offenhalten für den Fall, daß unerwartet hoher Besuch eintrifft. Bei mir zeigte sich immer nur ein finsteres Loch. Ich hatte kein Telefon und kam dreimal wö-5