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„Sturm"
Zwanzig Jahre nach seiner Moskauer Uraufführung hatte jetzt ein Stück über die revolutionären Kämpfe in der Stadt Batyrsk Im Jahre 1919 seine deutsche Premiere: Das Deutsche Theater Berlin brachte In der Inszenierung des Intendanten Wolfgang Lang-hoffl, mit der Musik Hanns Eislers und den Bühnenbildern Heinrich Kilgers eine sehr eindrucksstarke und mitreißende Aufführung von W.N.Blll-Bjelozerkowskls Schauspiel „Sturm". Den Sekretär des Kreisparteikomitees spielt Ernst Busch. Dieser großartige Schauspieler, von dem wir in den letzten Jahren so viele hervorragende Darstellungen erleben durften, hat hiermit eine Rolle, die für Ihn geschrieben sein könnte, und die er beispielhaft zu Interpretleren weiß. Eine herrliche Leistung!
Doch auch bis in die kleinsten Episodenflguren gab es ausgezeichnete Gestaltungen, so — um nur einige zu nennen — Gisela May als Kleinbürgerin, Carola Braunbock als Bäuerin, Heinz Voß als Schriftführer des Kreisparteikomitees und Friedrich Lobe als Rajewltsch.
Eine sehr schöne Ensembleleistung des Deutschen Theaters. Großer Premierenbeifall. Man sollte diese Aufführung nicht versäumen.
Ernst Busch und Gisela May. Foto: Saeger
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Szene aus dem zweiten Akt (Hafenschenke) mit Ada Eiletjberg als Porcia und Hans Linzer als Jimmy. Foto: Leher
„Sensation in London"
Stürmische Begeisterung gab es Im Volkstheater Rostock bei der Uraufführung der neuen Operette „Sensation in London" mit der Musik Herbert Kawrans, dem Komponisten vieler erfolgreicher Operetten, wir erinnern nur an „Treffpunkt Herz", die wohl inzwischen über fast alle Bühnen unserer Republik ging. Auch mit diesem Werk bewies er, wie hervorragend er zu Instrumentleren versteht. Das Libretto schrieb — nach einer Idee von Mark Twain — Andreas Bauer. Der Komponist dirigierte die Premlere selbst. Regle führte der Leiter des Prager Operettentheaters „Na Fldlovacce", Karel Konstantin, der dieses Werk demnächst auch auf seiner Bühne zeigen will. Die Bühnenbilder schuf WllU Schröder, besonders gelungen das zweite, die Hafenkneipe „Zum schwarzen Walfisch". Gute Leistungen des Ensembles, vor allem von Ada Ellenberg, Helmut Grell, dem Buffopaar Brigitte Kreuzer und Hans Salomon, Ralph Borgwardt, Werner Hammer und Eugen Delp. Das Publikum war begeistert, schon im ersten Bild gab es da capi, in den weiteren wurden mehr und mehr verlangt.
Diese Operette wird zweifellos ihren Weg machen und nicht nur bei uns.
Grammophonklub
hellst die neueste Errungenschaft, die nach dem „Divadlo hudby", über das wir mehrfach berichteten, von den Tschechoslowakischen CirammoRhonwerken für alle Musikfreunde eingerichtet worden Ist. Auf der Grundlage der tschechoslowakischen Klubs der Leser — einer Abart unserer früheren Buchgemeinschaft — wird der Grammophonklub alle Liebhaber guter Schallplattenmusik vereinigen und ihnen eine bevorzugte Beschaffung von Aufnahmen ermöglichen. Die Platten des Klubs werden mit einer speziellen Etikette versehen und in zwei Editionsreihen erscheinen, die nicht in den normalen Handel kommen. Aus der sogenannten PfUchtrelhe wird jedes Mitglied im Laufe eines Jahres fünf Langspielplatten nach eigener Auswahl verbindlich abzunehmen haben, die zweite Reihe wird zur beliebigen Auswahl von Schallplatten dienen, die ansonsten Im üblichen Verkauf immer bald vergriffen sind. Am Ende eines jeden Jahres soll allen Mitgliedern eine Prämie übergeben werden; für 1958 Ist als erstes Geschenk eine Langspielplatte mit Klavierwerken von Ludwig van Beethoven vorgesehen.
Der Klub wird seine eigene Monatsschrift herausgeben und darin u. a. seine Mitglieder über alle Neuerscheinungen In der Schall-plattenproduktion nicht nur der CSR, sondern auch der befreundeten Volksdemokratien informieren. Im Vorstand dieses Klubs sind u. a. nicht nur Komponisten und Musiker, sondern auch Dichter und Schauspieler.
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Festspiele 1958
Die Bayreuther Festspiele beginnen am 23. Juli mit der Premlere von „Lohengrin" in der Inszenierung von Wieland Wagner und der musikalischen Leitung von André Cluytens (weitere Aufführungen 3., 8., 12., 24. August). Außerdem auf dem Programm sind „Tristan und Isolde" (26. Juli, 5., 21., 25. August), „Parsifal" (25. Juli, 6., 9., 20. August), „Der Ring des Nibelungen" (27., 28., 30. Juli, 1. August / 13., 14., 16., 18. August) und — entgegen den Bayreuther Gepflogenheiten, eine Inszenierung (mit Ausnahme von „Parsifal" und „Ring") nur zwei Jahre hintereinander zu bringen — „Die Meistersinger von Nürnberg", die auch 1959 noch im Programm bleiben sollen. Für die Salzburger Festspiele sind folgende Opernaufführungen geplant. Eröffnung am 26. Juli mit Verdis „Don Carlos" in der Felsen-reitsChule (Regie: Gustaf Gründgens, musikal. Ltg.: Herbert von Karajan) — es folgt Richard Strauß' „Arabella" (Regie: Rudolf Hartmann, musikal. Ltg.: Joseph KeUberth) — Mozarts „Figaros Hochzelt" (Regle: Günther Bennert,
musikal. Ltg.: Karl Böhm) — Beethovens „FI-deUo" (künstl. Ltg.: Herbert von Karajan) — Mozarts „Cosi fan tutte" (Regie: Oscar Fritz Schuh, musikal. Ltg.: Karl Böhm) und — als Abschluß der Opernaufführungen die europäische Erstaufführung von Samuel Harbers „Vanesse" in der Inszenierung von Carlo Me-nottl und unter der musikalischen Leitung von Dlmitrl Mltropoulos.
Vom Generaldirektor des Theaters der Nationen, Monsieur Julien, wurde die Leipziger Oper mit ihrer Inszenierung der „Verurteilung des Lukullus" von Brecht und Dessau zu einem viertägigen Gastspiel im Rahmen der Internationalen Festspiele nach Paris eingeladen. Weiterhin werden die Hamburger Staatsoper mit Bergs „Lulu", die Württembergische Staatsoper Stuttgart mit Orffs „Antigone" und Egks „Revisor" sowie die Städtische Oper Berlin mit Henzes „König Hirsch", Weills „Bürgschaft", den Balletten „Sacre du Prlntemps" (Strawinsky) und „Maratona dl Danza" (Henze), das Studio mit Blachers „Abstrakter Oper Nr. 1" am Theater der Nationen teilnehmen.
Für das Internationale Theaterfestival In Dublin, Mai 1958, ist die Uraufführung von Sean O'Caseys neuem Drama „The Drums of Father Ned" vorgesehen.
„Das Tagebuch der Anne Frank" in Meiningen - Szene mit Christel Gloger (Anne) und Hans-Georg Voigt (Peter). Foto: Hildebrandt