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Editorial
Im vorliegenden Band der Danubiana Carpathica finden diejenigen Ergebnisse ihren Niederschlag, die aus der Tagung der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa am 6. und 7. Juni 2012 hervorgegangen sind. Diese Tagung, die in Stara Lesna (Hohe Tatra/Slowakei) stattfand, verfolgte den Zweck, am Hintergrund der reichhaltigen Forschungslage zur Erschließung der Alpen festzustellen, welche Breite und Tiefe die analogen wissenschaftlichen Bemühungen um die Karpaten aufweisen.
Schon die Suche nach geeigneten Referentinnen und Referenten offenbarte, dass es ungleich weniger Personen als über die Alpen gibt, die sich derartigen Themen widmen, obwohl das Einzugsgebiet der Karpaten als keinesfalls klein und unbedeutend einzustufen ist. Trotz analoger Voraussetzungen beider Schauplätze - mehrere Staaten haben Anteil am Gebirgs-raum - zeigte sich, dass sich die Forschung zur Geschichte der Erschließung der Karpaten ungleich unvernetzter als im Falle der Alpen erweist, weshalb auch nicht mit vergleichbaren Ergebnissen aufgewartet werden kann. Auch wenn es unzweifelhaft noch eine Reihe weiterer Fachleute geben mag, die zum Thema etwas beizutragen haben, reichen die Aussagen des vorliegenden Konvoluts dennoch aus, um erste Schlussfolgerungen treffen zu können:
1. Ähnlich wie bei den Alpen erregte das Interesse an den Karpaten die längste Zeit - sieht man von den wechselnden Siedlungs- und Nutzungsbedürfnissen ab - vor allem der Bergbau, das heißt die Schürfung, Verhüttung und der Vertrieb von Bodenressourcen. Demzufolge konzentrierte sich die zeitgenössische Zuwendung vorwiegend auf einzelne Fundstellen, aber nicht auf den gesamten Gebirgsraum. Wie auch sonst galt das Hochgebirge an sich als unwirtlich, weshalb ihm bis in die Neuzeit hinein eine dämoni-sierende Wirkung zukam. Die wissenschaftliche Neugierde nach Bodenverhältnissen, Pflanzen, Tieren und schließlich auch nach der Bevölkerung in den Karpaten führte ab dem späten 18. Jahrhundert zu zweierlei Prozessen: einerseits verdichtete sich das systematisch gesammelte Wissen immer mehr, andererseits wirkten hierbei auswärtige und einheimische Kräfte
Danubiana Carpathica 7 (54) 2013, S. 7-8 7