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ZUR EINFÜHRUNG
»Unendliche Liebe, unendliche Sympathie und Dankbarkeit, ein Gefühl tiefer Verwandtschaft (vielleicht beruhend auf ähnlicher Rassenmischung), ein unmittelbares und instinktmäßiges Entzücken, eine unmittelbare Erheiterung, Erwärmung, Befriedigung bei jedem Vers, jeder Briefzeile, jedem Dialogfetzchen von ihm - das ist, da Sie fragen, mein Verhältnis zu Theodor Fontane. Wo in deutscher Prosa gibt es zum zweitenmal eine solche Gehobenheit bei so viel scheinbarer Anspruchslosigkeit. Er war ein Sänger, auch wenn er zu klönen schien. Und er ist unser Vater . . .«
So hat der fünfunddreißigjährige Thomas Mann im Mai 1910 die Umfrage eines Berliner Mittagsblattes gelegentlich der Enthüllung des Fontane-Denkmals von Fritz Klein im Berliner Tiergarten beantwortet. Wenige Monate später hat er in Maximilian Hardens ^Zukunft« sein Bekenntnis zu der »seltenen und liebenswürdigen Natur« Fontanes in seiner großen und grundlegenden Würdigung der Veröffentlichung der Freundesbriefe des Berliner Dichters wiederholt, und diese Liebe zu dem »wundervollen Alten« hat er sich bis an sein Lebensende ungeschmälert bewahrt. »Unser Vater« nennt ihn Thomas Mann, und wir spüren die Fontaneschen Impulse, neben anderen, in seinem Romanschaffen, besonders in seinem frühen, das bestrebt war, dem Roman, nach der großen europäischen Tradition des 19. Jahrhunderts, auch in Deutschland den gleichberechtigten ästhetischen Rang neben Lyrik und Drama zu erwirken. Richard Dehmel hat es dem jungen Thomas Mann ausdrücklich bestätigt, daß er darauf angelegt sei, die legitime Nachfolge Fontanes anzutreten, und wie sehr die Fontanesche Familie die innere Ver-
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