Bővebb ismertető
VORWORT
Das Zeitalter des Konfessionalismus begann im 20. Jahrhundert zunehmend einer ökumenischen Gesamtperspektive des Christentums zu weichen - wenn auch nicht immer im Modus der Affirmation. Zeugnis für diesen Wandel christlichen Selbstverständnisses legen insbesondere die verschiedenen offiziellen Dokumente der christlichen Kirchen ab. Ob sich dieser Transformationsprozess exklusiv-partikularer Konfessionalität in versöhnte Verschiedenheit der Konfessionen wird fortsetzen können, hängt nicht zuletzt auch von der Fähigkeit der christlichen Kirchen ab, die „Zeichen der Zeit" zu erkennen und in ihren eigenen Sprachen und Traditionen umzusetzen.
Diese Entwicklungen wurden vor allem mit Hilfe der denkerischen Vorarbeit zahlreicher Theologen des 20. Jahrhunderts in Gang gesetzt, befördert oder zum entscheidenden Durchbruch gebracht. Dabei reagierten diese Theologen auf sehr verschiedenartige Herausforderungen kultureller, wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und auch politischer Art, die in den meisten Fällen primär nicht binnenkirchlicher Provenienz waren. Aber gerade ihr Bemühen, im Horizont der allgemeinen Fragen und Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit theologische Perspektiven und Antworten zu formulieren, lässt ihnen bis in unsere Tage die Rolle wichtiger Impulsgeber zukommen.
Das Kriterium für die Auswahl der hier vorgestellten zwölf Theologen lag also, wie schon im Band über das 19. Jahrhundert, vor allem in der exemplarischen und weiterführenden Bedeutung ihrer Reflexionen. So wurde im Gesamtkonzept Wert auf eine repräsentative Auswahl verschiedener theologischer Richtungen gelegt. Dabei hätte dieser oder jener Theologe auch durch andere ersetzt werden können. Die Herausgeber hoffen, dass in dieser Auswahl der Spannungsreichtum theologischen Denkens im 20. Jahrhundert sichtbar wird.
So sei diese Einführung in das Leben und Werk bedeutender Theologen des vergangenen Jahrhunderts den Lesern in die Hand gegeben, damit sie sich über wesentliche Perspektiven des denkerischen Mühens um die Wahrheit der christlichen Überlieferung informieren und anregen lassen oder gar - dieses Buch hinter sich lassend - selbst dieses Mühen weiterführen.
Ein Wort des Dankes gebührt dem Lektor der WBG, Herrn Bruno Frisch, für die allzeit freundliche und sorgsame Betreuung dieses Buch-