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I. Die Königin wurde zur Marktfrau
Die Theologie sieht sich entthront. Einst beherrschte sie als „Königin der Wissenschaften" das weite Feld des Geistes. Sie hielt sich für die Krone der universitas literarum. Und sie wurde auch von anderen, von allen, als krönender Abschluß eines jeglichen wissenschaftlichen Denkprozesses angesehen. Das gab ihr viel Macht und viele Rechte. Das bestimmte sie zum Richter in den inquisitorischen Prozessen, in denen sie zu befinden hatte, ob Forschungs- und Denkergebnisse zur höheren Ehre Gottes dienten und also erlaubt waren oder ob sie der Schrift, der Tradition der Kirche und damit dem Willen Gottes zuwiderliefen und also zu verbieten und gegebenenfalls mitsamt ihren Erfindern und Verfechtern auszulöschen und zu vernichten waren.
Die Throne gerieten ins Wanken. Viele stürzten. Das hätte Theologie wissen können. Die Mutter Jesu hatte bei der Ankündigung seiner Geburt durch den Engel Gabriel nach dem Bericht des Evangelisten Lukas triumphiert, Gott stoße die Gewaltigen vom Thron und erhöhe die Niedrigen. Man glaubte allerdings den Königen, die behaupteten, von Gottes Gnaden zu sein, mehr als dem Wort Gottes. Und so geriet man an die Seite der Mächtigen und war bemüht, einander gegenseitig zu stützen - „Thron und Altar" - in Zeiten, in denen wache Gei-
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