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Vorwort
Die geologische Erkundung ist der volkswirtschaftlich wichtigste Zweig der geologischen Wissenschaften. Bemerkenswert sind ihr geologischökonomischer Charakter und die Besonderheit, an der Lösung konkreter volkswirtschaftlicher Aufgaben zu arbeiten. Ihre Hauptaufgabe ist es, Lagerstätten aufzufinden und deren Vorräte zu ermitteln.
Als Mineralvorrat bezeichnen wir eine Mineralkonzentration bestimmten Umfanges (Menge) und definierter Qualität (Gehalte, Mächtigkeit u. a.), die der modernen Technik erschließbar ist (Abbau- und Verarbeitungsmöglichkeiten) und zu ihrer Nutzbarmachung ökonomisch vertretbaren Aufwand erfordert. Der Mineralvorrat ist folglich ein quantitativ und qualitativ definierter Begriff.
Gegenwärtig sind die Ansprüche der Industrie an mineralische Rohstoffe sehr exakt festgelegt. Der Erkundungsgeologe kann seinem Auftraggeber nicht einmal eine einfache Kieslagerstätte als erkundet übergeben, wenn er die Rohstoffqualität nicht untersucht, d. h. die Lagerstättenvorräte nicht bemustert hat.
In der deutschen geologischen Fachliteratur wurde die Theorie der Bemusterung bisher noch nicht umfassend behandelt. Die 1931 erstmalig in Deutschland herausgegebenen halboffiziösen Richtlinien zur Probenahme, detaillierte Arbeiten zur Analyse der Metalle und anderer Rohstoffe in späteren Jahren, interessante VeröffentUchungen zur Bemusterung von Massengütern auf mathematisch-statistischer Grundlage in jüngerer Zeit, all das kann die Feststellung nicht abschwächen, daß die Hauptstraße der Entwicklung auf diesem Gebiet leider nicht durch Deutschland führt.
Nur selten und nur mit oft jahrzehntelanger Verspätung wurde bei uns an ausländische Pionierarbeiten (z. B. eines Bkunton) angeknüpft. Und selbst diese wenigen Veröffentlichungen (z. B. V. Samtnek 1908, J. E. Babnitzke 1930) fanden kaum das ihnen gebührende Echo.
Die geologische Erkundung hat sich bei uns in den letzten Jahren - theoretisch und praktisch — auf einzelnen Teilgebieten erfreulich gut entwickelt. Um so peinlicher wirkt deshalb jedes Zurückbleiben auf dem