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Vorwort.
Es muß zugegeben werden, daß es seit dem letzten Decennium mit der Anwendung des überhitzten Dampfes Ernst zu werden beginnt, ja es ist kaum mehr zu bezweifeln, daß die Heißdampfmaschinen — und neben ihnen für Schnellbetrieb die Dampfturbinen — die herrschenden Umtriebsmaschinen des zwanzigsten Jahrhunderts sein werden, wenn auch in gewissen Fällen die Gasexplosionsmaschinen mit denselben in Concurrenz treten sollten.
Bei alledem wird die bisherige, bis zur höchsten Stufe der Vollendung ausgebildete „Naßdampfmaschine" nicht zu leben aufhören, ja sie wird — zum mindesten im Bereiche der Theorie — selbst dann noch leben, wenn einmal — positö sed non concesso — alle Dampfmaschinen auf „Heißdampf" eingerichtet sein könnten und sollten!
Eine für die Zwecke der Praxis verwendbare, einfach und bequem anwendbare Theorie der Heißdampfmaschine kann sich nämlich nach meinem Dafürhalten nur auf die Theorie der Naßdampfmaschine stützen, denn nur diese hat eine dem physikalischen Zustände nach fest charakterisierte, motorische Substanz für sich, als welche der gesättigte, bezw. der als gesättigt angesehene Wasserdampf*) — im Gegensatz zu dem physikalisch unsteten Wesen des Heißdampfes — zu bezeichnen ist.
Und so stützt sich denn meine vorliegende „theoretisch-practische" Abhandlung über die Heißdampfmaschine — wohl eine Erstlings-Erscheinung auf diesem Gebiete — auf die theoretisch-practischen Resultate der Naßdampfmaschine;
das heißt:
Die hauptsächlichsten Bestimmungsgrößen der Heißdampfmaschine, insbesondere die Leistung und der Dampfverbrauch, werden nicht etwa für den (physikalisch höchst schwankenden) Heißdampf direct bestimmt, sondern vielmehr aus den analogen Größen der Naßdampfmaschine abgeleitet, derart, daß schließlich für die practische Anwendung lediglich je eine einfache numerische Multiplication auszuführen ist, um erstlich aus der Leistung für Naßdampf jene für Heißdampf, um ferner aus dem nutzbaren Dampfverbrauche für Naßdampf den nutzbaren Verbrauch an Heißdampf etc. zu erhalten.
Die betreffenden Reductions-Coefficienten gestalten sich für verschiedene Uberhitzungsgrade allerdings auch verschieden, sind jedoch aus tabellarischen
*) Indem der gesättigte Wasserdampf bei einer gewissen Spannung eine bestimmte Temperatur und Dichte besitzt.