Bővebb ismertető
Einführung
Ganz am Anfang, wenn Therese still und freundlich bei
ihren Handarbeiten sitzt oder wenn sie mit ihrem Va-
ter - dem Oberst im Ruhestand - durch die Natur
streift, hält sich unser Interesse für die junge Dame in
Grenzen. Man kennt so etwas aus der Literatur, hat
keine große Lust, sich näher einzulassen.
Doch dann passieren seltsame Dinge: Der Vater be-
hauptet plötzlich, daß seine Ernennung zum General
unmittelbar bevorstünde - wenig später wird er ins Ir-
renhaus eingeliefert.
Die Familie ist deklassiert, obgleich nie jemand diese
Wahrheit ganz akzeptiert. Die Mutter beginnt, Fortset-
zungsromane für die Zeitung zu schreiben. Sie isoliert
sich zur Verfertigung ihrer Produkte - Eiseskälte geht
von ihr aus. Thereses Bruder, der Student, schließt sich
einer antisemitischen Verbindung an, und Therese hat
einen seltsamen Belanceakt zu vollführen: irgendwie be-
wegt sie sich noch immer wie eine Offizierstochter,
ohne freilich, daß da etwas dahinter wäre - weder Geld
noch Lebenswerte, die es zu bewahren gilt.
Therese ist nicht der Typ Mensch, der ständig über
die eigene Lage nachsinnt. Sie wundert sich nur mal dar-
über, daß die Mutter sie für Geld einem reichen alten
Mann verkuppeln will, sie begreift mit der Zeit, daß die
jungen Männer zwar gern mit ihr zusammen sein möch-
ten, daß aber niemand an eine Heirat denkt. Sie weist es
empört von sich, mit einem jungen Maler aufs Atelier zu
gehen, dann aber siegt doch die verständliche Sehnsucht
nach Wärme, Zärtlichkeit, vielleicht Liebe.
Das Ganze wird nie zu einer rührseligen Story, auch
nicht zu einer ästhetisch perfekten Leidensgeschichte
übrigens. Nein, es kommt dem Autor wohl nicht darauf
an, aus dem Leid eines Menschen ein künstlerisches
Kleinod zu machen, vielmehr wird hier - der Einfalt un-
serer Heldin entsprechend - rechtschaffen über den