Bővebb ismertető
Vorwort
In dieser Reihe, in der die verschiedenen Seiten dargestellt werden, die die archäologische Forschung von einem Land zum anderen in ihrem unermeßlichen Reich annimmt, wird man sich vielleicht wundern, einen Band zu finden, der der Region des Transhimalaja gewidmet ist, das heißt, in groben Zügen, dem Gebiet Zentral- und Westtibets, im geographischen Sinne des Ausdrucks. Sicher, da es in Tibet keine archäologische Delegation gibt und da im Augenblick nicht daran zu denken ist, dort Ausgrabungen vorzunehmen, handelt es sich diesmal nur darum, wie für andere Gebiete der Erde, einen Abriß der Probleme, der Methoden und Resultate einer Erforschung der Vergangenheit, die wissenschaftlich geführt und systematisch weiterverfolgt wurde, zu erstellen. Außerdem handelt es sich darum, indem man eine provisorische Aufstellung der sichtbaren Überreste und der erhaltenen Kunstwerke gibt, eine erste Diskussionsbasis vorzulegen und ein Arbeitsprogramm für später auszuarbeiten.
Aber es ist so, daß die Gefahren der Zerstörung heute so bedeutend sind und die Zukunftsperspektiven so zweifelhaft, daß eine Darstellung der wichtigsten bekannten Dokumente und eine Ausrichtung der Fragen, so wie sie sich im Augenblick stellen, schon von selbst eine dringende und notwendige Aufgabe sind. Freilich, die Bedeutung und die Neuartigkeit eines Buches wie diesem wird nicht unbemerkt bleiben. Professor Tucci ist ohne Zweifel der erste lebende Spezialist auf diesem Gebiet. Im Laufe seiner Reisen nach Tibet hat er selbst einen großen Teil der urkundlichen Unterlagen entdeckt, auf die man heute Bezug nehmen kann. Seine Publikationen sind der großen Öffentlichkeit im allgemeinen nur schwer zugänglich. Nun hat er hier zugestimmt (was immer ein Risiko für Wissenschaftler ist), seine wesentlichen Gesichtspunkte und seine wichtigsten Vorstellungen in den Grenzen einer kurzen Synthese zusammenzufassen. Das ist für uns ein unverhoffter Gewinn.