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Josef Augusta - Tiere der Urzeit [antikvár]

Tiere der Urzeit [antikvár]

Josef Augusta

 
Zum GeleitDie Erde, von der man sagt, sie sei ein winziges Sandlcorn in den unendliclien Räumen des Weltalls und ein gehorsamer Planet der Sonne, um die sie ihre stets gleiche Bahn zieht, ist die Wiege und das Grab der Geschöpfe, die mit ihrem Leben an sie gefesselt sind. Seit der Zeit, da das erste Leben aufkeimte, wechseln Werden, Entfaltung, Alter und Tod in ewigem Kreislauf miteinander ab. Die Erde ist Wiege und Grab alles Lebens!Schon die ersten Anfänge der Geschichte des Lebens auf der Erde zeigen, daß es sich in ständiger...
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Zum GeleitDie Erde, von der man sagt, sie sei ein winziges Sandlcorn in den unendliclien Räumen des Weltalls und ein gehorsamer Planet der Sonne, um die sie ihre stets gleiche Bahn zieht, ist die Wiege und das Grab der Geschöpfe, die mit ihrem Leben an sie gefesselt sind. Seit der Zeit, da das erste Leben aufkeimte, wechseln Werden, Entfaltung, Alter und Tod in ewigem Kreislauf miteinander ab. Die Erde ist Wiege und Grab alles Lebens!Schon die ersten Anfänge der Geschichte des Lebens auf der Erde zeigen, daß es sich in ständiger Entwicklung und Entfaltung befindet und durch immer neue, immer höhere und kompliziertere Formen bereichert wird. Auch der Mensch, der Gipfel alles Lebenden auf dieser Welt, die Krone der langen Entwicklung, ist mit seinem Leben an sie gebunden. Auch für ihn ist sie Wiege und Grab. Und der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er nicht versuchte, die Urgeschichte seiner Erde kennenzulernen, wenn er nicht bemüht wäre, die Veränderungen ihrer Beschaffenheit im Laufe der langen geologischen Zeiträume zu erforschen, wenn er nicht erfahren wollte, wie das Leben entstand, wie es sich entwickelte und welches die Gesetzmäßigkeiten dieser Entwicklung sind, wenn es ihn nicht verlangte, die Frage zu lösen, wann und wie er selbst hier auftrat. Es fanden sich auch Menschen, Männer und Frauen, die dem Studium dieser Urgeschichte der Erde und ihres Lebens alle ihre Kräfte, ja ihr ganzes Dasein weihten. Dies sind die Geologen und Paläontologen. Die einen befassen sich mit der Geschichte der Erde, die anderen mit der Geschichte des Lebens auf ihr.So wie die Historiker in Bibliotheken und Archiven für ihre Forschungen nach alten Chroniken und vergilbten Pergamenten fahnden, so suchen die Paläontologen die Quellen ihrer Studien in der Natur selbst, und ihre Chroniken und Pergamente sind altersgraue Felsen und unterirdische Finsternis, Steilwände in Sand- und Lehmgruben, in Steinbrüchen und Flußbetten. Mühsam holen sie eine Versteinerung nach der anderen ans Tageshcht, betreuen sie sorgsam und bewahren sie nach vollzogenem Studium in Sammlungen auf, denn jedes aus seinem steinernen Grab gehobene Fossil ist ein kostbares Beweisstück für das Leben der geologischen Urzeiten. Jede Versteinerung ist einer der kleinen und unscheinbaren Buchstaben, die der Paläontologe aneinanderreiht, bis sie Wörter bilden und aus diesen Wörtern Sätze, die ihm, richtig gelesen, ein winziges Stück der Urgeschichte des Lebens dieser Welt verraten. Auf diese Weise setzen die Paläontologen aller Länder und Nationalitäten bereits länger als 150 Jahre die Urgeschichte des Lebens unserer Erde zusammen. Sie achten weder Mühe noch Plage, weder Unbequemlichkeiten noch Entbehrungen, wenn der Drang nach Erkenntnis ihre Schritte in die unwirtlichen Gegenden des Nordens mit ihren grausamen Frösten, ihren eisigen Winden und ihrem zu Stein gefrorenen Boden oder in die im Sonnenbrand glühenden Sandsteppen und Wüsten leitet. Mit dem gleichen Mut steigen sie auf die Gipfel der höchsten Berge und in die steilen Schluchten der tiefsten Cafions, um auch aus den Versteinerungen ihrer Schichten wenigstens ein Stück der Urgeschichte des Lebens herauszulesen.Bloßes Beschreiben und trockenes Benennen der gefundenen Versteinerungen ist schon längst nicht mehr die einzige Aufgabe des modernen Paläontologen. Die wichtigste und zentrale Frage der heutigen Paläontologie ist die Frage der Entwicklung, d. h. die Aufdeckung der stammesgeschichtlichen (phylogenetischen) Entfaltung der Geschöpfe; die Feststellung, wie jeder Stamm (oder auch seine Äste und Zweige) im Laufe

Termékadatok

Cím: Tiere der Urzeit [antikvár]
Szerző: Josef Augusta
Kiadó: Artia
Kötés: Vászon
Méret: 250 mm x 350 mm
Josef Augusta művei
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