Bővebb ismertető
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Der Verfasser wird ausgefragt
Also, Sie wollen einen Leitfaden schreiben: Wie wird man Tierfotograf? Ja und nein. Es kommt darauf an, was der Leser daraus madit. Ich will, so gut ich kann, nur erzählen, wie man Tierfotograf i st. Es steht jedem frei, die Nutzanwendung daraus zu ziehen.
Die Betrachter Ihrer Bilder — und wem sind diese nicht schon hier und dort begegnet? —, demnach Ihre Freunde landauf landab, werden sich freuen, zu erfahren, wie Sie das eigentlich machen. Viele haben selbst fabelhafte Apparate mit allen SchiJcanen. Sie sind die ewige „Inge unter dem blühenden Apfelbaum''', die „Weiden am Bach'''' und den unvermeidlichen „Weißen Turm in Bothenburg'' satt. Sie lechzen nach neuen Bildvorwürfen. Warum also nicht mit der Kamera hinaus in Wald und Flur und aufs Getier lauern?
Sollen siel Aber sie sollen es mit Verstand tun. Nein — nicht nur mit dem Verstand, sondern mit — sagen wir einmal — Liebe. Natürlich. Mit Liebe zum Fotografieren. Mit Liebe zum Motiv. Sie kommen der Sadie näher. Aber, Ihre Formung des Ausdrucks gefällt mir nicht recht. „Liebe zum Motiv"— das klingt mir zu sehr nach Nur-Fachmann. Sagen wir doch: Liebe zum Tier, zum Geschöpf, tiefinnerste Liebe für alles, was kreucht und fleucht, wächst und blüht. Das scheint dasselbe und ist doch etwas ganz anderes. Nur — darf einem eine andere Art Liebe nicht dazwischen treten. Mit totsicherem Instinkt finden liebende Pärchen, ich meine diesmal Pärchen aus der Menschengattung, die einsamsten, verschwiegensten Plätzchen in Wald und Heide. Aber gerade diese heimlichen Plätzchen sind es ja, die auch meine besondere Vorliebe haben. Mancher gut und unauffällig gelegte Kontakt, der von diesem oder jenem Getier zur gegebenen Zeit ausgelöst werden sollte, war, kam ich wieder zum Platze, breit- und plattgesessen I Nun ist Tierliebe im deutschen Volke ja eine weitverbreitete Eigenschaft. Das Gegenteil Jcann man geradezu als eine Ausnahme betrachten. Diese Voraussetzung dürfte demnach leicht zu erfüllen, dürfte allergrößtenteils gegeben sein.
Zugestanden! Es gibt da indes gewisse Unterschiede, Abstände, Abtönungen, ja Selbsttäuschungen darüber. Wahre Tierliebe muß, glaube ich, angeboren sein, muß im Blute liegen. Anlernen — na ja, vielleicht ist so etwas möglich. Aber — ich habe Gelegenheit gehabt, manchen solcher späten „Lehrlinge" zu beobachten. Die meisten verloren die Begeisterung, den Mut, wenn's nicht so ging, wie sie wohl dachten. Ich glaube zu wissen, was Sie meinen. Da erinnere ich mich an eine heimliche Beobachtung, die ich einmal an Ihnen gemacht habe. Ich ging mit Ihnen eine Landstraße ent-