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»Siehst du, wie die da alle so brav in die Sonntagsschule gehen, Tip?«
»Mensch, die müssen wir ärgern. Dazu hätte ich heute gerade Lust!«
»Das dachte ich auch. Komm, wir laufen mit in den Saal, ich bin schon lange genug nicht mehr drin gewesen. Da kann man prima die Lehrerin ärgern und Lärm machen, wenn die Kinder singen sollen!«
»Hol rasch die andern, sonst kommen wir zu spät!«
Zwei braungebrannte Buben mit zerrissenen Kniehosen und ungekämmten Haaren, fast Zigeunerkindem ähnlich, sausen die Straße entlang und winken ihren Kameraden. Sie tuscheln und flüstern eifrig miteinander und kichern dabei.
Dann stürmen sie in die Sonntagsschule und poltern in die lange Bank, die nahe am Eingang steht. —
Langsam geht der Sonntagsschulleiter durch die Reihen und merkt sich die Gruppen, die heute ohne Lehrer sind. Es ist Sitte, daß dann freundliche Helfer aus den Zuhörern, die meist auf der Empore sitzen, den Dienst eines Lehrers oder einer Lehrerin übernehmen.
Der Sonntagsschulleiter ist jetzt an der letzten Bank angekommen, auf der die sogenannte Vagabundengruppe sich niedergelassen hat. Was sind das doch für lebhafte Burschen! Sie schwatzen und pfeifen, ziehen sich an den Haaren und baumeln ohne Unterbrechung mit den bloßen Füßen hin und her.
»Morgen, Jungens. Ich freue mich, daß heute so viele von euch gekommen sind. Wo ist denn eure Lehrerin?«
»Haben keine«, sagt der eine.
»Fort nach Kalifornien«, brummt ein anderer.
»Sie hat Angst vor uns«, läßt sich ein dritter vernehmen.