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¦¦¦¦¦¦HHHHHHHHHHHHHHHHiI TIZIAN Jugendwerke. Giorgionismus Das walire Genie ist überempfindlich, allén bedeutenden fremden Einfliissen zugánglich! Es braucht sich niclit vor jedem Luftzuge zu verstecken wie eine zarte Treibhauspílanze, die jeder WindstoB zu verwehen oder zu zerbrechen droht. Mutig, fast herausfordernd, steuert es allém wirklich GroBen entgegen, um sich damit ein für allemal auseinanderzusetzen, um zu erproben, was davon brauchbar und befruchtend ist. Nur am MittelmáBigen, Durchschnittlichen geht es ruhig vorbei, weil es weder Zeit noch Lust hat, sich damit zu beschaftigen. Das wahre Genie ist ein Brennpunkt, in dem sich alle bisher zerstreuten, oft parallel verlaufenden Strahlen sammeln, um zu einer neuen Einheit im hellsten Lichte zu erglühen. Nichts geht dabei von diesen Strahlen verloren, aber in der aufleuchtenden Flamme des Genies ist alles umgewandelt, alles veredelt und potenziert worden. Aus der unendlichen Vielheit und Mannigfaltigkeit des Vorhergehenden ist eine einheitliche Synthese des Genies entstanden. Und, wie im Brennpunkt sich alle Strahlen erst sammeln, um dann wieder, vom Brennpunkt aus, ihren neuen Weg zu laufen, so ist das Werk des Genies nicht nur ein Endpunkt einer ganzen langen Entwicklung, sondern auch der Ausgangspunkt einer neuen Epoche, einer unendlichen Menge von Anregungen, von neu erschaffenen Möglichkeiten. Die italienische Hochrenaissance hat melirere solcher groBen Genies hervorgebracht. Nicht nur als Maler, Bildhauer und Architekt, sondern auch als Gelehrter, Forscher und Techniker ist Leonardo da Vinci bahnbrechend gewesen. Nicht nur bildender Künstler, sondern auch Techniker und Dichter war Michelangelo Buonarroti. Selbst Raffael, das Genie der Maierei, war doch dabei auch Bildhauer und vor allém auch genialer Architekt und Altertumsforscher. Diese Vielseitigkeit lag in der Luft der mittelitalienischen, vor allém der florentinischen, wissenschaftlich durchtrankten Renaissance. Eine andere Luft wehte in dem den Wissenschaften viel weniger geneigten Venedig. Vom Festlande nur durch die wenige Kilometer breite Lagune getrennt, war Venedig schon langst durch seine die Meere beherrschende Flotté zu einer halborientalischen Stadt geworden. Mehr als mit der römischen Antiké war es mit dem byzantinischen, dem arabischen, dann dem türkischen Reiche verbunden. Die farbige Pracht des Orients, zusammen mit der feuchten, farbendurchsattigten Lagunenluft, maclite die Venezianer von Geburt an zu Augenmenschen, zu Kiinstlern der Farbe, zu wahren Malern, wie es auch im fernen Flandern der Fali war, wie es Jahrtausende früher schon Alexandrien einmal erlebt hatte, - als die hellenistische Maierei dort ihre höchsteBlüte erreichte. Selbst in ihrer Architektur sind die Venezianer stets viel mehr farbig dekorativ, als statisch konstruktiv gewesen. Ihre Skulptur unterscheidet sich sofort von