Bővebb ismertető
Das Buch Tobit gehört zu den Schriften des AT, die bis heute in der Verkündigung, in Predigt und in Katechese dank der packenden Bei-spiele aus dem Leben eine bedeutende Rolle spielen und die háufig kommentiert werden. Seine spannungsreiche Erzáhlung einer an-schaulich gestalteten Familiengeschichte gab und gibt oft den Anstofi zu volkstümlicher Auslegung und inspiriert zudem die bildenden Künstler. In der Gegenwart regt Tob überdies zu tiefenpsychologi-schen Deutungsversuchen an, die seelischen Nöte der Menschen bes-ser zu erkennen und mit Hilfe dieses biblischen Buches Wege zu ihrer Abhilfe zu finden (Drewermann). Doch da das deuterokanonische Buch wenig zur Erhellung von zentralen atl Glaubensaussagen bei-trágt, auch im NT nicht erwáhnt wird, ist sein eigentlicher theologi-scher Gehalt bis jetzt nur in bescheidenen Ansátzen erhoben worden. Die Titelgestalt gehört nach der Erzáhlung zu den vielen Israeliten, die beim Untergang des Nordreichs 722 v. Chr. von ihrem Heimatbo-den losgerissen wurden und in das assyrische Exil ziehen műiken. Tobit ist ein schlichter, treuer Jude, der sich auch in der Diaspora an das mosaische Gesetz hált. Weil er in ungewöhnlicher Weise das leibliche Werk der Barmherzigkeit ausübt, umgebrachte Volksgenossen zu be-statten, gerát er öfter in ernste Lebensgefahr. Zudem widerfáhrt ihm bei seinem wiederholten Tun das Unglück zu erblinden. Das führt ihn in bittere Armut und Not. Sein Hilfeschrei zu Gott um Rettung wird erhört. Gott sendet den Engel Rafael, der unerkannt mit Tobias, dem Sohn Tobits, nach Medien reist, um eine dort hinterlegte Geld-summe abzuholen. Unterwegs gewinnt Rafael für Tobias die von einem Dámon geplagte Sara, die Tochter von Stammesverwandten, als Frau, die auf Weisung des Engels durch ihren künftigen Mann von ihrem Leiden geheilt wird. Tobias feiert daraufhin nach mosai-schem Gesetz mit ihr Hochzeit. Nach der Heimkehr kann er auch seinem blinden Vater auf den Rat des Engels das Augenlicht zurück-geben.
Die Geschichte des Textes beweist, dafi Tobit bereits in altér Zeit einem lebhaften Interesse begegnete, denn die Textgeschichte stellt sich áufierst kompliziert, ja verworren dar. Die altesten Fassungen sind griechisch geschrieben. Ob dahinter ein semitisches Originál (he-bráisch oder aramáisch) steht, ist schwer zu entscheiden. Zudem ist die Veröffentlichung wichtiger hebráischer und aramáischer Hand-schriftenfunde aus Qumran bis jetzt noch nicht erfolgt. Den soge-nannten Vulgártext (= G1) enthalten der Codex Vaticanus und der Codex Alexandrinus (BA); eine ausführlichere Rezension (= G") überliefert der Codex Sinaiticus (S). Eine dieser Textform verwandte Gestalt (= G111) bieten für 69—13® drei Minuskelhandschriften (zwei aus Ferrara und eine aus Zittau). Die heutige Forschung gibt der kür-