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EINTRITT IN DIE STADT DURCH DIE NORDSEITE
Toledo: ewige Quelle der Geistigkeit und Schönheit im Herzen Spaniens. Die Geschichte^ verdichtet sich in La Roca (dem Felsen) und im Transparent der Kathedrale, steigt in den Gemálden El Grecos zu einer aufrechten Flamme empor und schwebt behend durch ein immerwáhrendes Brausen. Toledo ist ein Erzengel der Kunst. Die Stadt des Tajos —aus-geschmückt mit práchtigen Kunstwerken, exotisch und vielge-st altig, kaiserlich und religiös— besitzt eine hocherhabene Per-sönlichkeit, die sich unverwechselbar von den anderen Stádten, die die spanische Geographie krönen, abhebt.
Aus Richtung Madrid kommend kann man in der náchsten Umgebung Toledos kleine Pinienwáldchen, strenge Olivenhaine und stille Erdflecken betrachten, zwischen denen hin und wieder ruhige Landháuser zum Vorschein kommen.
Zur Rechten der Stierkampfplatz mit seiner altén Tra-dition.
Schliesslich gelangen wir an das Hospitál de Afuera, das auch Hospitál de Tavera zum Gedenken an seinen Gründer, den Kardinal Tavera, oder eben Hospitál de San Jüan Bautista, unter dessen Schutz es steht, genannt wird. Seine Gründung geht auf das Jahr 1541 zurück. Es stammt aus der Epoche vor dem Herrera-Stil und erinnert an den florentinischen Stil des XV. Jahrhunderts, obwohl zu dieser Zeit in Toledo schon die Renaissance auftauchte. Das Portai ist barock. Sein doppelter, überaus grosser Innenhof zeigt klassische Linien, und im Hauptteil beíindet sich die Kirohe mit nur einem Schiff, einer Marmolfassade und einer Kuppel, die von Saulén in toskani-scher Ordnung getragen wird. Sein Hochaltar ist ein Werk von El Greco und das Grabmal des Gründers von Alonso Berru-guete, der auch die Fassade baute. Das Museum der Herzogin von Lerma nimmt heute einen der Flügel des Hospitals von Tavera ein. In der Bibliothek und im Archív háuft sich eine reiche Sammlung von Inkunabeln und anderen Büchern an. Der Rest, ein wahrhaftiger Palast mit prunkvollem Mobiliar, bewahrt in seinen Salons Wandteppiche und Gemálde von Tintoretto, El Greco, Tizian, Moro, Carreno, Ribera und Zur-barán neben anderen Kunstwerken auf.
Beim Verlassen des Hospitál de Afuera liegt vor uns der Paseo (Promenade) de Merchán oder de la Vega und gleich darauf die Puerta (Tor) de Bisagra.