EinsAn diesem Morgen war ich melancholisch. Am Himmel hatten sich dicke Regenwolken zusammengezogen und schienen jeden Moment zu bersten. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte mein Haar strähnig. Plötzlich schoss mir der unglückselige Gedanke durch den Kopf, was für einen Eindruck ich auf meine Mitmenschen machen musste: eine Frau in den Vierzigern auf dem Weg zur Arbeit, offensichtlich ohne denkwürdige Erinnerung an den Tag zuvor. Ich seufzte. Warum beschäftigte mich ausgerechnet jetzt das Bild, das ich abgab ? Normalerweise denke ich nicht...
EinsAn diesem Morgen war ich melancholisch. Am Himmel hatten sich dicke Regenwolken zusammengezogen und schienen jeden Moment zu bersten. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte mein Haar strähnig. Plötzlich schoss mir der unglückselige Gedanke durch den Kopf, was für einen Eindruck ich auf meine Mitmenschen machen musste: eine Frau in den Vierzigern auf dem Weg zur Arbeit, offensichtlich ohne denkwürdige Erinnerung an den Tag zuvor. Ich seufzte. Warum beschäftigte mich ausgerechnet jetzt das Bild, das ich abgab ? Normalerweise denke ich nicht darüber nach, es ist langweilig, ja geradezu verrückt. Im Grunde sind wir alle eine Mischung aus dem, was wir sind, und dem, was wir gern sein möchten. Wir sind ein Kompendium von Gemüts- und Gesundheitszuständen, ein genetisches und biografisches Amalgam aus Sensibilität, Gefühlen und Ernährung. Ein Däne, der Smorrebrod frühstückt, würde nie einem Valencianer ähneln, der sich gerade seine Paella reinschaufelt. Genauso wenig lässt sich der Bhck einer Frau mit großer Lebenserfahrung mit dem eines Mädchens vergleichen, das gerade aus dem Kokon geschlüpft ist. Und eine - rein hypothetische - Tochter von Mae West würde niemals das gleiche Charakterprofil wie eine - noch hypothetischere - Tochter von Mutter Teresa aufweisen.
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