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Toulouse-Lautrec [antikvár]

Toulouse-Lautrec [antikvár]

 
LAUTREC Unter den Malern seiner Zeit hat er die Spuren eines ebenso seltsamen wie schädlichen Talentes hinterlassen, mit der Neigung eines Krüppels, in allem, was ihn umgab, nur das Häßliche zu erblicken und die Widerwärtigkeiten des Lebens zu übertreiben.» «L'Echo de Paris» steht mit diesem Urteil nicht allein da; auch andere namhafte französische Zeitungen und Zeitschriften verraten in ihrem Nachruf auf den am 9. September 1901 verstorbenen Henri de Toulouse-Lautrec, wie wenig sie imstande waren, die wahre...
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LAUTREC Unter den Malern seiner Zeit hat er die Spuren eines ebenso seltsamen wie schädlichen Talentes hinterlassen, mit der Neigung eines Krüppels, in allem, was ihn umgab, nur das Häßliche zu erblicken und die Widerwärtigkeiten des Lebens zu übertreiben.» «L'Echo de Paris» steht mit diesem Urteil nicht allein da; auch andere namhafte französische Zeitungen und Zeitschriften verraten in ihrem Nachruf auf den am 9. September 1901 verstorbenen Henri de Toulouse-Lautrec, wie wenig sie imstande waren, die wahre Künstlerpersönlichkeit dieses eigenwilligen Malers zu würdigen. Als «ein schlechtes Talent mit einem gefährlichen und beunruhigenden Einfluß)) bezeichnet ihn «Le Courrier Français», nur «dank seiner Vermögensverhältnisse und der Verbindungen, die ihm seine Familie vermittelte», habe er den größten Teil seiner Lithographien veröffentlichen können. Und «Le Républicain de Lyon)) sagt ihm nach, daß er die V\^elt durch die psychologischen Mängel seiner «sonderbaren und mißgestalteten Erscheinung)) gesehen habe. Muß man nicht angesichts derartiger Stimmen gerade im Hinblick auf das Werk Lautrecs an jenen Ausspruch seines Zeitgenossen, des feinsinnigen Pessimisten Degas, denken, der den Kritikern der Feder die Urteilsfähigkeit mit den Worten absprach: «Die Literaten erklären die Künste, ohne sie zu verstehen»? Zu den wenigen jedoch, die, außer den Freunden, das innerste Wesen dieses ungewöhnlichen Malers bereits zu seinen Lebzeiten begriffen haben, zählt der deutsche Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe. Über seine Begegnung mit Lautrec im Dezember 1894 bekannte er: « Die Essenz der Kunst entdeckte ich in Lautrec, einem drolligen Zwerg auf dem Montmartre, und der Zwerg wurde mir Paris ! )) Für die Zeitschrift « Pan )), die er zusammen mit Otto Julius Bierbaum herausgab, hatte ihm der französische Maler die Auflage der Farblithographie der Mlle. Lender geschenkt. Als aber das dritte Heft des «Pan» mit diesen Blättern 1895 erschien, lehnte man das Sujet aus der Demimonde entrüstet als unsittlich ab und nannte die Darstellung unverschämt, frech und eine Verhöhnung der hohen Ideale der Kunst. Ja, die Proteste führten so weit, daß die beiden Redakteure ihr Amt aufgeben mußten. Erst allmählich gewann das Werk Lautrecs wahre Berühmtheit. Nach fünfundzwanzig Jahren fanden seine Bilder Eingang in den Louvre. Doch mehr als ein halbes Jahrhundert mußte vergehen, ehe sich das Zeitlose seiner Kunst kraft ihrer Ausdrucksfähigkeit ganz durchsetzen konnte. Immer deutlicher erkennt man, daß sein Werk viel tiefer ist, als die zahlreichen reizvollen Motive zunächst vermuten ließen. Lautrec ist nicht nur der sehr fähige und unbarmher-

Termékadatok

Cím: Toulouse-Lautrec [antikvár]
Kiadó: Südwest Verlag
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 250 mm x 300 mm
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