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1 Stimmengewirr vor dem Fenster, klappernde Schritte auf dem Bahnsteigpflaster, das Summen eines Elektrokarrens. Georg Börner wachte auf. Eine krächzende Stimme gab die Anschlußzüge bekannt.Von den Streben des Bahnhofsdaches tropfte der Regen. Börner schlug den Mantelkragen hoch; nach der stickigen Wärme im Abteil kam ihm die nasse, rauchgeschwängerte Bahnhofsluft doppelt kalt vor. Er ging am Zug entlang, den Bahnsteig hinab, einmal blieb er stehen, um die von den Koffergriffen abgestorbenen Finger zu massieren, ging weiter und empfand dabei plötzlich alles als sinnlos, was er jetzt tat. Sinnlos dieses Gehen mit den schweren Koffern, die ihm die Arme herabzerrten, sinnlos sein Wachsein um diese Stunde, sinnlos diese Reise und ihr Ziel. Er sah sich den Bahnsteig hinabmarschieren, als betrachtete er sich selbst von fern: ein junger Mann mit aufgeschlagenem Mantelkragen, schweres Gepäck in den Händen, das seine Gestalt zusammenkrümmt, ein einzelner Mensch auf leerem Bahnsteig unter löchrigem, sich mächtig wölbendem Bahnhofsdach.Vor ein paar Stunden noch, als er am Fenster lehnte und Ruth stand auf dem Bahnsteig, blickte zu ihm hinauf, als müßte sie ihm Trost zulächeln, da hatte er gedacht, daß alles doch ganz natürlich sei: Vor rund neun Jahren bist du fortgegangen aus dem Kombinat, um zu studieren, jung warst du, naiv, voll romantischen Überschwangs, der einen das Leben nur von seinen rosigen Seiten betrachten läßt. Jetzt kehrst du zurück in das gleiche Kombinat, du kennst seine Mängel, seine Halbheiten, und du fürchtest dich nicht davor,5