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Mit Bedacht wählte Gabriele Schröder aus, was sie an diesem Samstag anziehen wollte. Auf jeden Fall brauchte sie Schuhe, in denen sie gut laufen konnte. Voraussichtlich würden sie längere Zeit vor dem Hotel zubringen, wo es abends gewiß kalt wurde. Also zog sie Jeans und einen dicken Pullover an und wickelte sich einen Schal um den Hals. Zusammen mit der Lederjacke würde diese Kleidung sie warm halten. Auf dem Kaminsims stand ein zerbrochener Spiegel. Sie betrachtete sich darin. Schulterlanges dunkles, leicht gewelltes Haar, in der Mitte streng gescheitelt, blasse Haut, tiefliegende dunkle Augen. Sie war fünfundzwanzig. Als Kopfbedeckung wählte sie eine Pudelmütze, die sie in die Stirn ziehen konnte. Nach kurzem Überlegen nahm sie sie wieder ab, steckte ihr Haar auf dem Kopf fest und setzte die Mütze erneut auf. So war es besser: Jetzt würden ihr die Haare nicht ins Gesicht fallen. Fertig war die politische Aktivistin. Leichte Nervosität überkam sie. Weder sie noch die anderen besaßen Erfahrung in den Dingen, die sie vorhatten. Bis zum heutigen Tage - es war Frühjahr 1968 - waren in Großbritannien Demonstrationen stets gesittet und ordentlich verlaufen. Das sollte sich nun ändern. Sie eilte nach unten in die Küche. Max, Stephie und die anderen warteten schon; insgesamt waren sie zu acht. Sie saßen da, tranken und rauchten ihre Haschzigaretten. Sorgen schien sich niemand zu machen, augenscheinlich sahen alle das Ganze als großen Spaß an. Gabriele beruhigte sich etwas. Jemand fragte: Ist schon raus, wer kommt, Max?" Max trug eine randlose Brille; sein schmales, angespanntes Gesicht wirkte ausdruckslos. Der Ami-Botschafter und ein ganzer Haufen Professoren -" Erzkonservative Säcke, die Profs", warf ein Junge mit leuchtendrotem Haar ein. Gabriele hatte ihn schon bei Vollversammlungen gesehen. Paul Reardon hieß er. - und vielleicht jemand vom Außenministerium/4