Bővebb ismertető
TROST IM STERBEN Was ein Menfdi wert ift, enthüllt fich letztlich erft in feiner Stellung zum Tode. Wird er zitternd oder gelaíTen, fuchend oder wiílend diefe dunkle Notwendigkeit aller Kreatur erwarten, - dies taufendfach Gelebte und dennoch nie Mittelbare, jenen Augenblick, in dem er ganz auf fich alléin geftellt fein wird? Die Reife eines Menfchen wird fich nicht zuletzt darin bezeugen, dafi er klar und kraftvoll den Todesgedanken in fein Dafein einbezieht. Das braucht nicht die Freude an der Welt zu mindern; im Gegenteil, es kann íie fteigern und vertiefen, da der WiíTende, immer des Abfchieds gewártig, mit befonderer liebender Dankbarkeit die Köíllichkeiten der Erde empfangen wird. Grade der an Lebensfreude, an Tatén, an Tapferkeit, an geiftiger Schöpferkraft Reiche pflegt reich auch an Todesernít zu fein. So beftátigt es die Gefchichte vieler grofíer und unbekannter Soldaten, vieler Heiliger, Künftler und Dichter. Erfcheint nicht der Menfch in feiner ganzen Würde, wenn Lope de Vega felbíl am Tage der Hochzeit Philipps III. die Mahnung an den Tod ausfpricht - er, der lebensfrohe, ja lebenstolle Dichter? Das Sonett, das er als Selbítgefprách dem gefeierten König in den Mund legt, ftellt umfafíend die Lage des Menfchen dar, echt dichterifch darin, dafi es das für alle Gültige auszufagen weifí: Auch ich bin nur ein Menfch. Was ílaunet ihr Vor meinen Herrlichkeiten und Gewalten, Die zum Gebrauche nur idi hab' erhalten, Wie viele andere Könige vor mir?