Bővebb ismertető
ALFRÉD KURELLA n der Form, wie sie Puccini als Librettó vorlag, hatte die Fabel der Prinzessin Turandot bereits mehrere Stadien der Bearbeitung durchlaufen. Gozzi hat sich ihrer in seinem zeitweiligen Zweifrontenkampf gegen den französischen Klassizismus und gegen Goldonis Erneuerungen bedient. Schiller hat sich in der mehrjáhrigen Schaffenspause, aus der nur einige Entwürfe, Fragmente und Bearbeitungen hervorgegangen sind, durch das Spielerische der Máskén und die wirklichkeitsferne Phantastik des Stoffs angezogen gefühlt. Die Librettisten des 20. Jahrhunderts standén zwischen diesen romantischen Auffassungen und einer humanistisch-realistischeren Geisteshaltung. Das waren aber nur die jüngsten Bearbeitungen. Jahrhunderte vorher hatte die Fabel bereits andere Wandlungen durchgemacht wie alle die zahllosen Stoffe, die, aus dem unerschöpflichen Brunnen der Volksphantasie stammend, im 9. bis 15. Jahrhundert die Inhalte der zahllosen Volks- und Kunstepen der mittelasiatischen Renaissance ausmachten. Auch damals war es üblich, dafi die verschiedenen kleinen wie grófién Dichter auf die überlieferten Fabeln und Gestalten zurückgriffen, wobei sie in Handlungsführung und Charakterisierung der Personen jeweils ihre neue Weltanschauung zum Ausdruck brachten. Es láfit sich heute nicht mehr feststellen, was den ursprünglichen Schöpfern von Leili und Medjnun", Chosroe und Schirin", Bahram und die sieben Schönen" u. a. eigentlich vorgeschwebt habén mag, welches moralische Interesse sie an diesen Stofíen fanden. Zu viele spátere Ablagerungen, vor allém aus den Zeiten des Verfalls der grófién Dichtung, verdecken uns das ursprüngliche Anliegen. Eine zeit- und textkritische Untersuchung würde auch beim TurandotStoff tiefere Schichten freilegen können. So ist es ziemlich sicher, dafi wir es hier mit einem Stück Überlieferung der Turkvölker Mittelasiens zu tun habén; Schillers Kalaf, sein Vater Timur und Adelma, die positiven Helden" der Handlung, lassen das noch erkennen. In dieser Überlieferung ist China" nicht identisch mit dem realen Reich der Mitte, mit dem das Mahwaranahr (Goethes Reich der Trans-