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Vorwort
Vom »Sommerloch« zur antifaschistischen Sti-ategie
Im Sommer 2000 begannen - ausgelöst durch spektakuläre Gewalttaten mit rassistischem und antisemitischem Hintergrund - die Medien, endlich das Thema »rechte Gewalt« in der seit Jahren gebotenen Dimension wahrzunehmen. Überfälle, rassistische Morde, Aufrnärsche von Neonazis und andere Ausdrucksformen neofaschisüscher Gewalt verschwanden nicht mehr in den Lokalteilen oder den Polizeimeldungen - wenn sie überhaupt auftauchten -, sondern fanden den Weg in die Hauptnachrichten und die ersten Seiten auch überregionaler Tageszeitungen. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren eigentlich nur quantitativ etwas geändert. Auch früher gab es rassistische Übergriffe, gab es Tote und Verwundete, Naziaktivitäten und antisemitische Schmierereien.
Laut »Frankflirter Rundschau« hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2000 die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten in Deutschland drastisch auf insgesamt rund 10.000 erhöht.
Zugenommen haben auch die Aufmärsche. Es vergeht so gut wie kein Wochenende, an dem nicht Naziorganisaüonen, besonders aus dem Umfeld der »freien Kameradschaften« irgendwo in der Republik einen Aufinarsch anmelden. Dabei sind die Themen beliebig: Kampf dem Drogenhandel, Kampfhundeverordnung, Sicherheit und Recht, gegen die Medienberichterstattung bis zu »Arbeit für alle Deutschen«.
Solche Aufmärsche sind Teil des neofaschisüschen Konzepts des Kampfes um die Straße und des Streits im neofaschistischen Lager über die aktionsmäßige Hegemonie. Gleichzeitig sind sie der Versuch, jugendliche Anhänger, die im rechten ideologischen Mainstream mitschwimmen, durch Aktionen fest in die rechten Strukturen einzubinden.
Dieses Aufinarschkonzept geht insoweit auf, als durch Urteile der Verwaltungsgerichte immer häufiger Naziaufinärsche genehmigt und mit massiver Polizeipräsenz durchgesetzt werden. Der Staat, der sich doch in den Aussa-