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Der Präsidentder Arabischen RepublikIm Namen Gottes,Ägyptendes AllbarmherzigenIn Anerkennung und aus Hochschätzung der Freundschaft und Brüderlichkeit, die das ägyptische Volk und das deutsche Volk miteinander verbindet, werden heute die einzigartigen Kunstwerke Tutanchamuns in der Bundesrepublik Deutschland ausgestellt. Sie vermitteln ein Bild der ägyptischen Kultur, die in einer der glänzendsten Epochen der Geschichte für die damalige Welt beispielhaft war.Zweifelsohne teilen die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland die Gefühle des ägyptischen Volkes gegenüber dieser Kultur, bei deren Entdeckung deutsche Wissenschaftler eine große Rolle spielten. Sie haben viele Aspekte dieser Kultur bereichert und erhellt, und wir empfinden Anerkennung und Hochschätzung für diese außerordentlichen Bemühungen, deren Ergebnisse als Vorbild und Beispiel wirken. Ich sende dem deutschen Volke meine herzlichsten Grüße. Diesem großen Volke und seiner weisen Staatsführung möchte ich auch meinen innigsten Dank für die Haltung zur Friedenspolitik aussprechen, für deren Verwirklichung das Volk Ägyptens zum Wohle der gesamten Menschheit kämpft. Auch diese Kunstausstellung ist ein Ausdruck unserer Anerkennung und Dankbarkeit.Ich bedanke mich für die Mühe aller, die an dieser Ausstellung mitgewirkt haben. Zudem möchte ich der Hoffnung Ausdruck geben, daß es uns gelingen möge, die Besucher teilhaben zu lassen an unserer Liebe und Hochschätzung für diese Kultur und an unserer Überzeugung von der Genialität ihrer Schöpfer.Auch hoffe ich, daß die Ausstellung unserer Kunstschätze in der Bundesrepublik Deutschland zur weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit und Brüderlichkeit zwischen unseren beiden Völkern beitragen und unsere Völker auf dem Weg in eine glückliche Zukunft begleiten möge.Mit den besten WünschenMohamed Anwar el-SadatDas Wunder der EntdeckungTal der Könige 1923. Im Bildzentrum Eingang zum Grab Ramses' VI.; darunter moderne Mauereinfassung des Einstiegs in das Tutanchamun-Grab.Nur wenige Ereignisse fesselten in unserem Jahrhundert das Interesse und die Phantasie der Menschen so intensiv und über eine sehr lange Zeit viie die Auffindung des Tutanchamun-Grabes im November 1922. In der Geschichte der Ägyptologie steht der Erfolg des Engländers Howard Carter und seines Auftraggebers, Lord Carnarvon, beispiellos da.Die Aufzeichnungen Carters und seines Assistenten Arthur C. Mace in dem dreibändigen Werk über alle Phasen der Entdeckung des Königsgrabes in den Felsen der 489 Meter hohen Naturpyramide auf dem Westufer des Nils in Theben lesen sich wie ein Detektivroman. Denn es war nicht nur Glück, das Carter schließlich auf die erste Schwelle einer durch Felsgeröll und Überbauung verschütteten Treppe zur Wohnung der Ewigkeit des Tutanchamun stoßen ließ.Sechs Jahre lang hatte er geradezu verbohrt nach diesem Grab im Tal der Könige gesucht, das der Amerikaner Theodore Davis 1907 mit einer fast leeren Kammer schon gefunden zu haben glaubte. Doch Carter zweifelte daran, daß diese Kammer wirklich das Grab war, das in der Reihe der bisher entdeckten Ruhestätten der Könige des Neuen Reiches noch fehlte. Ohne Lord George Edward Stanhope Molyneux Herbert Carnarvon, der seit 1903 jedes Jahr die Wintersaison in Ägypten verbrachte, wäre es Carter aber nicht möglich gewesen, fünf Jahre hindurch beinahe jeden Stein im Tal der Könige abzuklopfen. Der wohlhabende Amateur-Archäologe Carnarvon setzte nämlich Jahr für Jahr mehrere tausend britische Pfund im wahrsten Sinne des Wortes in den Wüstensand, weil er an Carters Theorien glaubte. Aber seit dem Sommer 1921 erfuhr das britische Pfund, bedingt durch die schwierige Wirtschaftslage nach dem ersten Weltkrieg, eine Talfahrt. Auch Leute wie der Earl of Carnarvon, die bisher viel Geld für ihre privaten Neigungen aufgewandt hatten, mußten anfangen zu rechnen. Als Howard Carters Suchaktionen auch nach fünf Grabungskampagnen erfolglos geblieben waren, zeigte sich der Lord im Sommer 1922 entmutigt. Der Amerikaner Davis, der, unterstützt von Carter, noch die Grabkammern der Königin Hatschepsut sowie der Pharaonen Amenophis I. und Thutmo-sis III. ausgegraben hatte, schien doch recht zu behalten mit der Feststellung im Vorwort seines Buches über diese Entdeckungen: Ich fürchte, daß im Tal der Könige nun nichts mehr zu finden ist.