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ÜBER DAS RÖMISCHE KÖNIGTUM
ENDRE FERENCZY Universität Budapest
Die bahnbrechende wissenschaftliche Tätigkeit des hochgeehrten Jubilars hat auf die verwandten Disziplinen, so auch auf die Alte Geschichte, befruchtend gewirkt. Mein Beitrag möchte die Verehrung seitens des ehemaligen Kollegen und die innige Zuneigung
des Jugendfreundes zum Ausdruck bringen.
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Das römische Königtum ist eine der meistdiskutierten Epochen der römischen Geschichte, die trotz der umfangreichen Literatur über sie noch immer als weitgehend unaufgeklärt gilt.
Die Gründe für die Schwierigkeiten einer Rekonstruktion dieses Zeitalters können einerseits durch das völlige Fehlen der zeitgenössischen bzw. primären Quellen, andererseits durch die späte Entstehung der römischen Geschichtsschreibung erklärt werden, deren Authentizität schon von den Römern selbst bzweifelt wurde.i Obwohl schon früher Bedenken gegen die Glaubwürdigkeit der literarischen Quellen erhoben wurden, so gegen die Werke von T. Livius und Dionysius Halicarnassensis (die sog. Tradition), die aus dem augusteischen Zeitalter stammen, blieben sie die Hauptquellen des römischen Königtums bis zum 19. Jahrhundert. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts trat die von B. G. Niebuhr begründete, sog. philologisch-kritische Richtung der Althistoriker auf, der sich ausgezeichnete Historiker wie A. Schwegler, B. Niese und auch der größte, Th. Mommsen, angeschlossen haben. Diese Gelehrten trachteten mittels einer auf dem Ver-