Bővebb ismertető
Gerade in der Welt von heute ist die um des Himmeireiches | wiilen geiebte Ehelosigkeit des Priesters ein aufrütteindes Zeichen, das der gláubigen Gemeinde zeigt, wohin sie eigentlich unterwegs ist. Bei aller Vielfalt und Gegensátzlichkeit der weltanschaulichen Auffassungen lassen sich in der modernen Wohlstandsgesellschaft doch zwei Grundzüge erkennen: eine weitverbreitete rationalistische und naturalistische Denkweise, die an die Machbarkeit der Welt glaubt, dem Religiösen und Übematürlichen jedoch kritisch und fremd gegenübersteht, sowie die auffallend starke Wertung des materiellen Lebensstandards. Diesem Horizontalismus gegenüber ist die Ehelosigkeit um des Himmeireiches wiilen eine Herausforderung und eine gültige Form radikaler Jüngerschaft, und es wáre irrig, ihr etwa den Einsatz in den Entwicklungslándern als eine verstándlichere und bessere Zeugnisform entgegenzusetzen. Zeichen der zukünftigen Welt Der unverheiratete Preister, so lehrt das Zweite Vatikanische Konzil, ist „ein lebendiges Zeichen der zukünftigen, schon jetzt in Glaube und Liebe anwesenden Welt, in der die Auferstandenen weder freien noch gefreit werden". Er weist durch sein Leben „auf jenen geheimnisvollen Ehebund hin", in dem die Kirche einem einzigen Bráutigam, Christus, vermáhlt ist, und er wird „leichter ungeteilten Herzens" und „ungehinderter" Christus folgen und „in reichem Maí3e den Dienst der Vaterschaft in Christus" übernehmen können. Mithin ist die Ehelosigkeit um des Himmeireiches wiilen, wenn sie auch nicht „von der Natúr des Priestertums notwendig gefordert" wird, doch „in vielfacher Hinsicht dem Priestertum angemessen" Sie darf nicht isoliert gesehen werden. In ihrer Zeichenhaftigkeit ist sie „untrennbar mit dem Geist der Armut, des Gebetes und des Gehorsams Jesu Christi (1 Petr 1, 2) verbunden"2). Radikale Jüngerschaft Man hat eingewandt, der Priester solle auch das Zeichen der christlichen Ehe in der Gemeinde vorleben. Nun, das ist doch die Aufgabe aller verheirateten Gláubigen, und Verheiratetsein ist heute das Normálé in der Gemeinde. Das Zeichen der Ehelosigkeit ist demgegenüber eine höchst seltene Ausnahme, und