Bővebb ismertető
EinleitungEinleitungWenn wir die vorliegende, von dem bekannten sowjetischen Kunsthistoriker und Literaturtheoretiker Michail Lifschitz systematisch aufgebaute Zusammenstellung von Äußerungen der beiden Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, Karl Marx und Friedrich Engels, heute der deutschen Öffentlichkeit übergeben, so bedarf das kaum einer Begründung, eher einer Rechtfertigung, daß es erst so spät geschieht.Diese Rechtfertigung ist hauptsächlich materieller Art. So sonderbar es manchem scheinen mag: noch immer, fünf Jahre nach dem Zusammenbruch der Hitlerdiktatur, ist es unmöglich, in einer deutschen Bibliothek das gesamte deutsch gedruckte Werk von Marx und Engels einzusehen; es fehlt, trotz verdienstvoller Neudrucke, immer noch vieles, was es vor 1933 bereits gab. Darüber hinaus aber sind bedeutsame Teile des Nachlasses noch gar nicht oder nur in der Sowjetunion deutsch erschienen. Eine Reihe von Textstellen mußte also (anhand einer Rückübersetzung aus dem Russischen) im Archiv des Moskauer Marx-Engels-Lenin-Instituts in den dort aufbewahrten Originalmanuskripten neu gesucht und ihre deutsche Fassung nach Fotokopien wiederhergestellt werden. Es sei bei diesem Anlaß bemerkt, daß die geistigen Reichtümer, die Marx und Engels uns hinterließen, noch keineswegs im vollen Umfange gehoben sind; eine eben in Moskau erfolgte neue Ausgabe des vorliegenden Werks konnte von seinem Herausgeber Lifschitz wieder um einige wertvolle Textstellen erweitert werden.Was bedeutet nun für uns Deutsche gerade heute dieses Werk? Darüber scheinen uns ein paar Worte angebracht.Mit der Befreiung unseres Vaterlandes von der faschistischen Unterdrückung, die nicht zuletzt eine Unterdrückung der Geistesfreiheit war, setzte sogleich, wesentlich befruchtet von den geistigen Repräsentanten jener Nationen, die uns befreiten, eine überaus rege Diskussion auf allen Gebieten ein. Dabei zeigte sich schon sehr bald die Überlegenheit derer, die auf dem Boden des wissenschaftlichen Sozialismus fußten. Es liegt in der Natur der Sache, daß diese Diskussionen auf weltanschaulich-künstlerischem und philosophischem Gebiet besonders intensiv geführt wurden und daß sich die Gegensätze sehr bald zuspitzten. Nun ist zunehmend eine selbst von verbissenen Gegnern des Marxismus eingestandene, meist zwar demagogisch fehlbegründete, manchmal aber auch offen selbstkritisch festgestellte Tatsache zu verzeichnen, daß nämlich die geistigen Wortführer marxistischer Ansichten durch fundierte Argumentation sowohl auf die wertvollsten geistigen Kräfte aus dem bürgerlichen und kleinbürgerlichen Lager, als auch besonders auf die ernsthaft um Erkenntnisse bemühten Teile der Jugend eine starke Anziehungskraft ausüben. Der stärkeren Argumentation hatte und hat die Gegenseite nichts wirklich Fundiertes entgegenzusetzen. Die Spannungen aber haben sich seit 1946 zunehmend verschärft. Damit wurde der anfängliche Meinungskampf von der Ebene der geistigen und künstlerischen Aus-