Bővebb ismertető
VORWORTWie wüst und leer unsere alte Erde noch immer ist, merken wir erst richtig, seit es Langstrecken-Flugzeuge gibt. Nach stundenlangem Flug über Ozeane, Urwälder, kahle Gebirge, endlose Sümpfe, Sand- und Eiswüsten tauchen hier und da Kulturlandschaften auf, in denen sich plötzlich die Menschen dicht zusammendrängen.Aber die großen Städte zeichnen ihre Spuren längst schon auch in die noch menschenleeren Länder: In Grönland wurden Flugplätze aus dem Eis gesprengt, weil Kopenhagen und Los Angeles ihren kürzesten Weg zueinander suchten; quer durch die Sahara ziehen sich endlose Ölleitungen, weil die Städte Öl für ihre Fabriken und ihre Autos brauchen.Alle Wege führen zur Stadt. Obwohl die Städte heute nur wie Inseln in der Landschaft sind, beherrschen sie die Welt: In Moskau, New York und Washington wird über das Schicksal der Menschheit entschieden; die Eingeborenen von Polynesien behängen sich mit Kattun aus Manchester, und die Fellachen Ägyptens plagen sich, damit sie den Textil-fabriken von Manchester die Baumwolle dafür liefern können.Wo, warum und wann zuerst Städte eigentlich entstanden, wie Aufstieg und Untergang ganzer Völker und Kulturen sich mit einer Stadt verknüpften, wie in fernen Zeiten und Ländern die Städte aussahen, wie die Menschen in ihnen lebten, und woran die Städte starben - das ist so aufregend wie nur irgendein Kapitel der Geschichte.Aber welches Geschichtsbuch unterrichtet schon darüber, wo zuerst es Mietskasernen, Prachtstraßen oder Pferdeomnibusse gab, und wann die Erfindung des Glasfensters den Städtebau in kalten Ländern ermöglichte? Wie sah es aus in Ninive, bevor der Haß ihrer Feinde die Weltstadt unter Blut und Feuer begrub? Wann war Pataliputra, wann Hang-tschou die größte Stadt der Erde? Warum sanken Welthäfen wie Visby oder Brügge zu Provinzstädten ab, warum mußte Rom zerfallen?Solche Fragen haben im übrigen nicht nur historisches Interesse. Aus den Antworten können wir etwas Wesentliches lernen: Wie es möglicherweise unseren eigenen Städten ergehen wird - und was wir heute schon tun müssen, um der Stadt von morgen ein erträgliches Gesicht