Bővebb ismertető
L
nsere Uliu-E!xpedition mit Kamera und Elektronenblitz war ein Vorstoß ins Dunkle, im wahrsten Sinne des Wortes! Erfahrungen, die wir bei unseren anderen früheren Aufnahmearbeiten gewonnen hatten, galten hier nichts, denn der Uhu, unsere größte Eule, ist ein Nachtvogel, dessen von der Kamera erfaßbares Leben erst beginnt, wenn die letzten Strahlen der untergehenden Sonne die Spitzen der Fichten rötlich färben, wenn der Drosseln Sang verklingt und die Rotkehlchen stille geworden sind.
Daß in der vorausgehenden Beobachtung und in der Aufnahmetechnik andre als bisher übliche Wege beschritten werden mußten — Wege, die in beiderlei Hinsicht mit aller nur denkbaren Vorsicht begangen wurden! - ist selbstverständlich. Wir wußten ja von vornherein, daß der Uhu zu den vorsichtigsten, scheuesten und am leichtesten zu vergrämenden Vögeln zählt.
In den Wochen von Anfang April bis Ende August des Jahres 1951 waren wir Tag und Nacht am Uhu! Bei uns lag das Schwergewicht auf dem Fotografischen. Trotzdem wurden alle biologischen Vorgänge beobachtet, denn ihre Kenntnis bildet ja genau genommen überhaupt erst die Voraussetzung für die Filmarbeit! Man kann nur das Tier gut und umweltgetreu auf den Film bringen, dessen Verhaltensweise man kennt. Und doch: fast jeden Tag und hier jede Nacht ergeben sich neue Erkenntnisse, neue Überraschungen, welche uns die aus früheren Beobachtungen gezogenen Schlüsse wieder korrigieren lassen. Es soll nicht der Zweck dieses Bildberichtes sein, eine Übersicht über das bisher vom Uhu Geschriebene zu geben, sondern den Leser teilhaben zu lassen an einer aufregenden Entdeckerfahrt in wenig erforschte Gebiete der deutschen Vogelwelt, in das Reich des Uhu, der nur noch in wenigen Brutpaaren in deutschen Landen haust, an den unzugänglichsten Felswänden, in versteckten Tälern, in wilden Felsklüften, wie sie als Kulisse für den „Freischütz" nicht besser gedacht werden können. Dort ist er zu Hause, der große Vogel mit dem samtweichen rindenbraunen Gefieder, den großen dunklen Federohren und den unheimlichen, bernsteingelben Augen.