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Geleitwortvon Bischof Dr. Sigmund WaitzDer Aufsatz des Osservatore Romano" mit dem Titel 11 paravento", der über Gerechtigkeit und Nächstenliebe im sozialen Leben" handelt, ist viel ausgewertet worden, ohne daß er aber jene Wirkung erreicht hätte, die im Interesse der katholischen Sache zu wünschen war. Dies ist umso mehr zu bedauern, als der Aufsatz angesichts der Vorgänge in Rußland die Völker des Abendlandes zu einer Gewissenserforschung mit eindringlichen Worten aufruft, wie sehr im wirtschaftlichen und sozialen Leben die Gebote Gottes vernachlässigt und wie oft von denen, die sich Christen nennen, die Pflichten vergessen werden, die ihnen dieser Name auferlegt. Dieser Ruf hätte noch viel mehr wirken können, wenn die katholische Presse aller Länder ihm einmütig ein Echo gegeben und wenn sie die sittlichen Forderungen im sozialen Leben mit erneuten Kraft dem öffentlichen Gewissen eingeschärft hätte, wie sie durch Leo XIII. und die folgenden Päpste den Katholiken des Erdkreises und von den Bischöfen den Katholiken ihrer Diözesen immer wieder verkündet worden sind. Dafür aber erlebte man es, daß dieser Aufsatz des Osservatore Romano" bei uns in den Meinungsstreit hineingezogen wurde, der im katholischen Lager über die sozialen Fragen herrscht, daß er als autoritative Bestätigung von Sondermeinungen hingestellt wurde, daß man gleichsam seine Adresse fälschte und ihn so zu einem großen Teil um seine Auswirkung brachte. Dieses Dokument hätte ein Anlaß zur Sammlung aller Kräfte und zum Bekenntnis des einmütigen Zusammenstehens werden können angesichts der Schicksalsstunde, die für die Kirche und die christliche Kultur mit der Entfesselung des Satanismus in Rußland angebrochen ist. So aber wurde es zu einem Zeichen dafür, wie sehr es uns an Einheit gebricht und wieIII