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»Warum,
Herr Bundeskanzler?«
Den ganzen Tag lang und auch schon die letzten drei Tage zuvor hat er sich wortlos wundern müssen, aber jetzt ist Konrad Adenauer endlich soweit, seiner verdrossenen, mehr und mehr unbehaglichen Stimmung Ausdruck zu geben. »Ich bin erstaunt über das deutsche Volk«, sagt der Bundeskanzler, und er sagt es mit einem Unterton von ironischem Tadel.
Das war an einem Frühsommertag in Berlin, am 26. Juni 1963. Wir standen am Rande der rissigen Betonpiste des Flughafens Tegel, die Ohren noch eingestimmt auf den Lärm sich schnell entfernender Düsentriebwerke. Adenauer sah unglaublich müde aus. Eben erst hatte er, offenbar erleichtert, John F. Kennedy nachgewinkt, der nun in seiner Air Force One, einer auf Hochglanz polierten Boeing 707, abhob und aufstieg zum Weiterflug nach Irland. Ende eines Staatsbesuches. Daß ich als Reporter, ganz vorne neben dem Bundeskanzler stehend, auf dem Rollfeld dabei war, hatte ein Mann vom White House arrangiert. Ich sollte, kurz bevor Kennedy die Maschine bestieg, einen Händedruck mit ihm wechseln, stellvertretend für alle deutschen Journalisten, die ihn während der vergangenen vier Tage begleitet hatten. Und weü Amerikaner bei solch einem Anlaß nichts dem Zufall überlassen, hatte mir der Mann auch gleich gesagt, mit welchen Worten ich mich von Kennedy verabschieden sollte: »Thank you Mr. President, it was a wonderful trip.«
Vier verwirrende, in dieser Art beispiellose Tage. Kennedy hatte sich viel Zeit genommen. In einer zugespitzten Phase