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Etikette
Hurra, ein Fremdwort!
Vielleicht suchen Sie in dieser Überschrift als Erstes die Ironie. Oder Sie denken sogar, ich will Sie auf den Arm nehmen. Aber glauben Sie mir, ich meine es ernst.
Schon lange versuche ich, dieses Wort in Zusammenhang mit dem, was in unserer heutigen Zeit die zwischenmenschlichen Beziehungen erleichtern soll, aus dem Weg zu räumen. Zu sehr ist es für mich das, was auch der Duden dazu sagt: „Etikette - zur bloßen Förmlichkeit erstarrte offizielle Umgangsform. Etikettieren - mit einem Etikett versehen." Apropos Duden, dieses hilfreiche Werk war es, das mich „hurra" schreien ließ. Der Grund: Die Definition findet sich tatsächlich auch im Fremdwörterbuch.
Darüber hinaus stört mich an diesem Begriff Folgendes: Die Etikette wurde vormals von Höflingen erdacht, um eine Abgrenzung zum „gemeinen Volk" noch besser darstellen zu können. Unter diesem Aspekt - also als Ausgrenzungsinstrument - kann sie in der heutigen Zeit aber nicht weiterhelfen.
Der Wandel der Umgangsformen
Zeitgemäße Umgangsformen sollen genau das Gegenteil bewirken. Sie sind dazu da, dass Menschen unterschiedlichster Gruppen, Völker und Kulturen möglichst angenehm und reibungslos miteinander umgehen können. Statt Ausgrenzung also Integration und harmonische Koexistenz. Dazu kommt: Gute Umgangsformen sind nicht auf herausgehobene Situationen des Lebens beschränkt. Bitte betrachten Sie das Wort „Umgangsform" einmal von hinten nach vorn. Die Form, wie Sie mit