Bővebb ismertető
Vorbemerkung Wenn im Daseinsgang die »70« vorüberzieht, steht man auf der ersten Stufe seiner individuellen Kellertreppe, auf der das Spiel des Lebens aus der Vergánglichkeit in die Vergangenheit gleitet. Da jeder Mensch an solcher hángt, versucht er sie irgendwie festzuhalten. Nicht selten entstehen daraus Autobiographien. Doch nicht jeder Mensch, der es könnte, wird eine solche schreiben wollen, um andere Leute zu langweilen oder zu beglücken. Vielleicht schreibt er Autobiographisches für sich selbst auf, oder für Kinder und Enkel, sofern er sie hat. Wie auch immer man um den heifien Brei herumláuft, es bleibt eine gewisse Peinlichkeit im Zusammenhang mit einer selbstgestrickten Selbstdarstellung. Jener hat es einfacher, der um schriftliche Reminiszenzen aus seinem Leben gebeten wird, weil es interessierte Bekannte oder überhaupt freundliche Menschen gibt, denen das Festhalten des gesprochenen Wortes ein aufrichtiges Anliegen ist oder doch zumindest etwas bedeutet. Vor einer áhnlichen Situation stand ich im Feiertrubel zur 70. Wiederkehr meines Geburtstages. In diesem Zusammenhang drángten mich viele Kollegen, darunter Mitglieder der Leopoldina, das Mosaik aus Lobreden anderer mit persönlichen Darstellungen zu publizieren. Beim Weben am Teppich der eigenen Geschichte stellt sich natürlich die Frage, ob relativ unspektakuláre 70 Jahre überhaupt Höhenlinien aufzuzeigen vermögen. Das Phantom Personenkult scheint auf, worauf Ostdeutsche besonders empfindlich reagieren. Solche Ambitionen liegen mir jedoch völlig fern. Eine entsprechende Unterstellung táte mir ebenso weh, wie der Verdacht einer Konstruktion aus Dichtung und Wahrheit. - Dennoch mögen manche dieses Heft als eine übertriebene mikrokosmische Selbstbespiegelung bezeichnen, mithin eine Zumutung an den vielleicht voreingenommenen Leser. Dagegen vermag ich nichts anderes einzuwenden als den Allgemeinplatz, dafi die Lektüre jedes geschriebenen oder gedruckten Produktes in der Regei freiwillig geschieht. Dem hier in den Mittelpunkt Gestellten könnte allerdings sein 70. Geburtstag ein wichtiger Wendepunkt seines Lebens und die Selbstreflexion eine Art persönlicher Zauberberg bedeuten. So sei dieses Heft als Anlage zum Neujahrsglückwunsch für das Jahr 2003 zugleich ein AbschiedsgruB vom scheidenden Leopoldina-Prásidenten und dessen herzlicher, obschon spáter Dank an jene, die mir zum 70. Geburtstag Glückwünsche übermittelt habén, ihnen individuell zu schreiben mir jedoch die Zeit gefehlt hat. Schliefilich danke ich den verschiedenen Laudatoren für die Uberlassung ihrer Manuskripte zur Drucklegung, Frau Christel Ossenkopp für die Arbeit am Schreibcomputer und den Herren Drs. Michael und Joachim Kaasch für das Redaktionelle.