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In Büchern, Aufsätzen und Rundfunksendungen wird immer wieder behauptet, daß die Katholiken von einem tiefen Unbehagen und Mißtrauen gegenüber der Kirche erfüllt seien. Stimmt diese Aussage?
Die Antwort kann kein glattes Ja oder Nein sein. Eine erste Klärung bringt die Umfrage unter den Katholiken der Bundesrepublik, an der sich Im Mai und Juni 1970 4.393.431 Katholiken über 16 Jahren beteiligt haben. 2.677.074 Katholiken (60,9 von Hundert) gaben an, daß sie jeden Sonntag an der heiligen Messe teilnehmen. Auf die Frage: „Haben Sie ein gutes Verhältnis zur Kirche, oder sind Sie enttäuscht?" antworteten 72,5 von Hundert dieser regelmäßigen Kirchenbesucher, daß sie ein gutes Verhältnis zur Kirche haben, und weitere 22,4 von Hundert erklärten: „Es geht." Nur 3,2 von Hundert gaben an, daß sie von der Kirche enttäuscht seien. Aufschlußreich sind auch die Antworten jener Kathollken, die aktiv in der Kirche mitarbeiten, also in einem engeren Kontakt zur sogenannten Amtskirche stehen: die Mitglieder katholischer Verbände, der Pfarrgemeinderäte, der Kirchenvorstände, der Pfarr-Caritas, des Kirchenchores und weiterer Organisationen. 75,5 von Hundert dieser Katholiken erklärten, daß sie ein gutes Verhältnis zur Kirche haben; weitere 18,4 von Hundert meinten: „Es geht", und nur 4,7 von Hundert waren enttäuscht.
Anders lauten die Antworten derer, die sich nicht am kirchlichen Leben beteiligen. Von jenen Katholiken, die sonntags nie an der Eucharistiefeier teilnehmen, bemerkten 53,6 von Hundert, sie seien von der Kirche enttäuscht und nur 5,3 von Hundert gaben an, daß sie trotz ihres Fernbleibens ein gutes Verhältnis zur Kirche hätten.
Das Ergebnis der Umfrage finde ich auf meinen Firmungsreisen immer wieder bestätigt: Die Kerngemeinden, die aus den mitmachenden Gläubigen bestehen, sind völlig anders, als sie nach den ständig wiederholten Aussagen gewisser theologischer Schriftsteller und der Massenmedien sein dürften.
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