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Vorwort
Wie haben sie gelebt? Wie sind sie gestorben? Diese Fragen, bezogen auf Menschen früherer Generationen, stellen sich in jeder Generation neu. Oft ist es nur Neugierde, die so fragen lässt. Nicht selten ist es aber auch der Wunsch, im Blick auf Verstorbene mehr Licht in das eigene Leben zu bringen.
„Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte!", sagt Moses im biblischen Buch Deuteronomium seinem Volk. Dieses Wort der Weisheit gilt über den Horizont der Bibel hinaus wohl für die ganze Menschheit. Angesichts der moralischen und politischen Katastrophen im 20. Jahrhundert ist oft resignativ gesagt worden, die Menschheit sei nicht fähig oder nicht gewillt, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Trotz aller Kulturbrüche und Generationenkonflikte in der Geschichte eines Volkes und eines ganzen Kontinents gibt es aber millionenfach dieses Lernen aus der Geschichte. Vor allem einzelne Menschen sind es, die auf diese Weise lernen. Lernziel ist allemal nicht nur Wissen, sondern auch Weisheit, nicht zuletzt auch religiös begründete Weisheit. In der Zeit des Barocks sprach man von einer „ars vivendi", einer „Kunst des Lebens", die man erlernen sollte, und komplementär dazu von einer „ars moriendi", einer „Kunst des Sterbens". Beide Arten von „Kunst" werden immer wieder verfehlt. Der Dichter Rainer Maria Rilke hat dazu in seinen Sonetten an Orpheus elegisch gesagt: „Nicht sind die Leiden erkannt, nicht ist die Liebe gelernt, und was im Tod uns entfernt, ist nicht entschleiert." Ein solches „Lernen" ist in der so genannten postmodernen Gesellschaft, die man generaldiagnostisch auch als eine „Lerngesellschaft" bezeichnet, nicht leichter geworden. Dies gilt besonders für den Umgang mit dem eigenen Tod. Das hier vorgelegte Buch ist gedacht als ein kleiner Beitrag zu einer