Bővebb ismertető
D ie Menschen mit einem weifien Gesicht habén besondereBücher, die sie Tagebücher nennen. In die schreiben sie ihre schönsten Erinnerungen. Vielleicht kommt das daher, dafi fast jeder Weifie gut schreiben kann. Aber vielleicht tun sie es auch, weil ihr Gedáchtnis schlecht ist. Ganz vermag ich das noch nicht zu sagen. Ich weifi nur, dafi wir Macá-Indianer gute Köpfe habén, denn anstelle von Erinnerungsbüchern begnügen wir uns mit einem bemalten Kürbis voll kleiner bunter Steinchen, Korallen und Muscheln. Jedes Steinchen ist der Name eines Menschen, den wir lieb hatten, jede Koralle eine der allerschönsten Erinnerungen. Gibt es viele solcher Menschen und Erinnerungen, so gibt es auch viele Steinchen, Korallen und Muscheln, und der Indianer kann sie auf seine Handfláche schütten und an alles denken, was in seinem Herzen nie entschlummerte. Oh, wie schön ist es doch, unter Palmen am Flufiufer zu sitzen, wo Singvögel umherfliegen und Rehe trinken kommen. Wie gut ist es, dort dann einen rosa Kieselstein auf der Handfláche zu berühren, als wáre es der lebende Largo. Aber ich fange an, schön der Reihe nach zu erzáhlen, einen Kieselstein nach dem anderen, damit ich nichts fordasse. Weil ich nichts vergessen will, beginne ich damit, wie einmal ein weifier Sóidat in unsere Toldería am Flusse Pilcomayo geritten kam und ich ihm fröhlich zurief: »Chico! Soldado Chico!« Chico sprang vom Pferd, und zu allererst wollte er, dafi ich ihm die Hand reiche. Ich gab ihm gleich beide Hánde auf einmal, aber Chico drückte mir nur eine und sagte: »So, die rechte! Wie ein richtiger Weifier. Wovon sind deine Haare angesengt?«