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Eine Dachkammer, eine brennende Kerze, eine Schnabeltasse halb voll Grütze. Kerzenschein flammte an der Tasse auf, als ein Windstoß durch die Fensterfugen blies.
Eine kleine Gestalt hielt einsam auf dem binsengeflochtenen Stuhl neben dem schmalen Bett Wache. Während die Nacht fort-schritt, sank der Kopf, sanken die Augenlider. Sie fiel in einen Dämmerschlaf, und doch blieb sie halbwach, denn der Mann, der dort vor ihr lag, war ihr Vater. Sonst hatte sie niemanden. Sie mußte wach bleiben, mußte den Tod fernhalten, der sich aus der Ecke auf seine Beute stürzen wollte.
Sie fröstelte und schlug die Augen auf. Es war kalt in der Dachkammer. Die Kerze war heruntergebrannt. Hatte sie doch geschlafen? Ihre kleine Hand griff nach der Hand des Vaters. Sie war kälter als ihre. Steif und unbeholfen stand sie auf und fühlte nach dem Herzen ihres Vaters. Es schlug nicht mehr. Der Tod war gekommen und schon wieder gegangen.
Jetzt war sie allein auf der Welt.
Die Leute aus dem Dorf begruben ihn auf ihrem Friedhof. Stumm und ehrfürchtig standen sie da an diesem kalten, klaren Tag, als Reverend Greene die Seele des Verstorbenen Gott anvertraute. Die Frauen schauten mitleidig auf das blasse Mädchen, ein halbes Kind noch, das mit den Augen dem Kiefernholzsarg folgte, als er jetzt in die Erde hinabgelassen wurde. Eine Strähne ihres lockigen braunen Haars hatte sich gelöst und wehte ihr vorm Gesicht. Sie schien es nicht zu bemerken. Sie rührte sich nicht, sprach das Gebet nicht mit. Sie hätten sie gern getröstet, denn es waren freundliche Menschen, denen der Tod ein alter Bekannter war, aber sie kannten sie kaum.
Sie gehörte nicht zu ihnen. Im späten August, als man sich zur Ernte rüstete, waren sie in diese kleine Siedlung gekommen, der Vater und sie, wie zwei verirrte Schafe.
Reverend Isaac Palfrey war ein Mann Gottes gewesen: ein Mensch, dessen Weg ins Jenseits mit Predigten und Gebeten im Diesseits gepflastert war; der sich um Irdisches nicht kümmerte.