Kapitel einsMontac, 9. MaiEs war einer dieser Tage, die man am besten gleich wieder vergisst. Ein hektischer Morgen bei Weigelt & Partner droh-te, und Corinna hatte nicht die leiseste Ahnung, wie sie ihn überstehen sollte. Wáhrend sie den Fahrstuhl in den vierten Stock nahm, bereute sie schon, nicht einfach im Bett geblie-ben zu sein.Zumindest würde die Arbeit sie vom Grübeln abhalten und davon, sich für den heftigen Streit mit Pedro alléin ver-antwortlich zu fiihlen. Das letzte Glas Chardonnay, eigentlich zu schal, um es zu trinken,...
Kapitel einsMontac, 9. MaiEs war einer dieser Tage, die man am besten gleich wieder vergisst. Ein hektischer Morgen bei Weigelt & Partner droh-te, und Corinna hatte nicht die leiseste Ahnung, wie sie ihn überstehen sollte. Wáhrend sie den Fahrstuhl in den vierten Stock nahm, bereute sie schon, nicht einfach im Bett geblie-ben zu sein.Zumindest würde die Arbeit sie vom Grübeln abhalten und davon, sich für den heftigen Streit mit Pedro alléin ver-antwortlich zu fiihlen. Das letzte Glas Chardonnay, eigentlich zu schal, um es zu trinken, hatte eindeutig eine gewisse Mit-schuld an dem trostlosen Zustand, in dem sie sich befand.Der Fahrstuhl hielt. Als sie ausstieg und die Tűr aufschloss, vermisste sie den gewohnten Geruch frisch gebrühten Kaf-fees. Stattdessen stieg ihr ein scharfes Putzmittel in die Nase, das aus dem achtlos in den Weg gestellten Wischeimer zu kommen schien. Das Röhren des Staubsaugers war weit und breit das einzige Geráusch.Guten Morgen, Frau Marquardt. Pierre, das französi-sche Mitglied der überwiegend afrikanischen Putzkolonne, begrüfite sie láchelnd.So früh?Corinna lachte.Früh? Es ist kurz nach sieben. Sagen Sie alsó nicht, ich hatte mich nicht gebessert.
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