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HINZELMEIER
Eine nachdenkliche Geschichte
Die weiBe Wand.
In einem altén weitláufigen Hause wohnten Herr Hinzel-meier und die schöne Frau Abel: sie waren nun schon ins zwölfte Jahr verheiratet, ja die Leute in der Stadt záhlten ihnen nach, daB sie zusammen schon fast an die achtzig Jahre auf dem Nacken hátten und noch immer waren sie jung und schön und hatten weder ein Fáltchen vor der Stirn, noch ein Hahnepfötchen unter den Augen. DaB dies nicht mit rechten Dingen zugehe, war nun freilich klar genug und wenn die Hinzelmeierschen aufs Tapet kamen, so tranken die Stadtkaffeetanten drei Nápfchen mehr als am ersten Ostersonntagnachmittage. Die Eine sagte: „Sie habén einen Jungbrunnen im Hofe!" Die Andere sagte: „Es ist eine Jungfernmühle!" Die Dritte sagte: „Ihr Bűbe, das Hin-zelmeierlein, ist mit einer Glückshaube auf die Welt gekommen und nun tragen die Altén sie wechselweise, Nacht um Nacht!" Das kleine Hinzelmeierlein dachte nun freilich nicht dergleichen; es kam ihm im Gegenteil ganz natürlich vor, daB seine Eltern immer jung und schön waren; aber gleichwohl bekam auch er sein NüBchen, das er vergeblich zu knacken suchte.
Eines Herbstnachmittags, da es schon gegen das Zwie-licht ging, saB er in dem langen Korridor des oberen Stock-