1 Die Universitát Rostock im Uberblick 1.1 Traditio et innovatio "DOCTRINA MULTIPLEX - VERITAS UNA": Das Motto über dem Portai des Hauptgebáudes der ehrwürdigen Alma mater Rostochiensis will besagen, dass an dieser Státte des Geistes viele Lehrmeinungen um der einen Wahrheit willen vertreten sein sollen. Die Universitát Rostock, gegründet 1419, ist eine der áltesten deutschen Universitáten. Die Stiftungsurkunde von Papst Martin V. , datiert vom 13. Február 1419, bewilligte die Errichtung eines "studium generale "mit eigener...
1 Die Universitát Rostock im Uberblick 1.1 Traditio et innovatio "DOCTRINA MULTIPLEX - VERITAS UNA": Das Motto über dem Portai des Hauptgebáudes der ehrwürdigen Alma mater Rostochiensis will besagen, dass an dieser Státte des Geistes viele Lehrmeinungen um der einen Wahrheit willen vertreten sein sollen. Die Universitát Rostock, gegründet 1419, ist eine der áltesten deutschen Universitáten. Die Stiftungsurkunde von Papst Martin V. , datiert vom 13. Február 1419, bewilligte die Errichtung eines "studium generale "mit eigener Gerichtsbarkeit und Verwaltung sowie den gleichen Privilegien, wie sie den anderen Generalstudien gewáhrt wurden. Die feierliche Inauguration erfolgte am 12. November 1419 in der Marienkirche. Erster Rektor war der Theologe Magister Petrus Stenbeke; der Bischof von Schwerin wurde als Kanzler bestimmt. Mit der Facultas artium, der spáteren Philosophischen Fakultát, sowie der Juristischen und der Medizinischen Fakultát nahm die Universitát den Lehrbetrieb auf. Im ersten Semester lieBen sich 160 Studenten immatrikulieren. Die Matrikel der Universitát, die die Eintragungen von 1419 bis 1760 enthált, ist - wie alle spáteren Matrikeln auch - erhalten geblieben; die Immatrikulation aller Studenten, darunter so berühmte Studenten wie Fritz Reuter, John Brinckman, Arnold Zweig und Uwe Johnson, kann so bis heute nachgewiesen werden. Die Theologische Fakultát vervollstándigte erst nach Einwilligung von Papst Eugen IV. ab 1432 den Rahmen der vier Traditionsfakultáten eines "studium generale ". In der Gründungsurkunde hatte Papst Martin V. festgelegt, dass die Universitát ohne Theologische Fakultát eröffnet werden sollte, weil er den Einfluss ketzerischer Bewegungen, namentlich der hussitischen Háresie, befürchtete. Das Ringen um Autonomie sowie um die Freiheit der Lehre und des Meinungsstreites gegen die vielfáltigen kirchlichen oder weltlichen Einflüsse ist Generalthema der langen Geschichte der Universitát. Öfters kam es im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu Auseinandersetzungen mit der Kirche, den Herzögen und der Hansestadt; innerstádtische Auseinandersetzungen in Rostock, die zu Kirchenbann und Reichsacht für die Stadt führten, wirkten auch gegen die Universitát, die zeitweilig sogar zum Auszug nach Greifswald (1437 - 1443) bzw. nach Lübeck (1487 - 1488) gezwungen wurde. Trotz dieser Querelen blühte das geistig-wissenschaftliche Leben in der Hansestadt rasch auf. 1476 errichteten die Brüder vom gemeinsamen Leben die erste Druckerei in Rostock. Von 1476 bis 1486 wirkte der Historiker Albert Krantz an der Universitát Rostock; Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts kamen die Humanisten Conrad Celtis, Hermann von dem Busche und Johannes Hadus nach Rostock. Sie traten für ein neues Welt- und Menschenbild sowie für die Entwicklung neuer Wissenschaftsdisziplinen ein. Der Humanist Ulrich von Hutten schrieb, als er in Rostock war, seine 'Querelae', "Widmung an 16 Rostocker Professoren", die 1510 erschienen. Nach dem Pestjahr 1518 sah sich die Universitát veranlasst, auf sich aufmerksam zu machen. Sie nutzte das"Jubiláum" von 1519 als Impuls für eine Neuorientierung des Lehrbetriebes und liefi 1520 die "Observantia lectionum in universitate Rostochiensi", den áltesten bekannten Lektionskatalog, drucken. Dieses Vorlesungsverzeichnis gibt auch Auskunft über den damaligen Zustand der Universitát und über die gelehrten Disziplinen. 1531 wird die Lutherische Lehre durch Ratsbeschluss für den stádtischen Gottesdienst und die Universitát verbindlich. In ihrem Geiste waren der Jurist Johann Oldendorp und der Theologe Dávid Chytraeus, über die Grenzen Rostocks
Termékadatok
Cím: Universität Rostock - Vorlesungs- und Personalverzeichnis - Sommersemester 2003 [antikvár]
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