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Seit Dienstag nachmittag bin ich also hier in Abtwil. Und was ich während der ersten Visite beim Generalvikar geahnt habe, damals, als er mir unerwartet und überaus sachlich ankündigte, er wolle mich als neuen Pfarrer für das kleine Dorf am Lindenberg vorschlagen, dies ist im Verlauf meiner ersten Abt-wiler Tage Gewissheit geworden: Ich tauge mehr schlecht als recht zum Pfarrer und bin auf jeden Fall nicht jener Geistliche, den der Kirchenrat vor bald vier Monaten zu wählen glaubte.Ich hab's gestern, im für Besucher gedachten Raum, auch zu Karl Rüttimann gesagt, dem Friedensrichter und Kirchenratspräsidenten; doch der vielleicht sechzig Jahre alte Bauer schüttelte nur den Kopf, als ich die Befürchtung äusserte, dass ich kaum den Erwartungen der Gemeinde entspräche, denn zum einen sei ich kein Haudegen und handfester Prediger wie mein Vorgänger, und zum andern empfände ich für die christlichsoziale Volkspartei nicht gerade übergrosse Sympathien, sie sei mir wie alle bürgerlichen Parteien zu konservativ, zu wenig offen für Neues, und ich wisse, sie bestimme im Dorf das Geschehen, es könnte Konflikte geben, ich sähe sie kommen.Das war einfältig, unklug, so etwas zu sagen.Wer ausser mir liefert sich derart einem Mann aus, dem er erst zum zweiten Mal begegnet ist, und bietet ihm seine Ansichten und Ängste an - wie ein Kalb, das aus lauter Dummheit zur nächstgelegenen Metzgerei trottet und dort aufs Fallbeil wartet?Wer ausser mir?Wohl keiner.Glücklicherweise scheint Abtwils Kirchenratspräsident ein gutmütiger, wenn nicht gar, anders als sein Sohn Klaus, ein sanfter Mensch zu sein.Nein, Herr Pfarrer, vergessen Sie diese Sorge, versuchte er meine Beftirchtungen abzuschwächen, unten in der für mei-