Bővebb ismertető
Granins Schaffen - durch die Romane „Bahnbrecher" und „Dem Gewitter entgegen" in der DDR bekannt geworden - darf als Synonym für grüblerisch-hartnáckige Suche nach den Kernfragen sittlichen Verhaltens und gesellschaftlicher Verantwortung stehen. Er verwirft mitleidlos alle bequemen, durch die Umstánde erklárbaren und vielleicht auch zu rechtfertigenden Lösungen, um das Höchstmögliche zu fordern. Die beiden hier vorgestellten Novellen zeugen von der bahnbrechenden Fáhigkeit dieses Schriftstellers, den Blick auf die immer höheren Anforderungen zu lenken, wie sie Gegenwart und Zukunft an den Menschen stellen. Das Heute und Damals, das Damals und Morgen verschmelzen in seinen Novellen zu einem Erlebniskomplex. Ein Bahnbrecher ist der Bataillonskommandeur, er gewinnt für sich und andere neue schöpferische Kraft zur Bewáltigung des Heute und Morgen aus der schonungslos-aufrichtigen Analyse seiner ersten Kampferfahrungen bei der Verteidigung des belagerten Leningrád. Dadurch bewahrt er die Vergangenheit vor unproduktiver Erstarrung und bestátigt ihre lebendige und vielfáltige Heroik und Dramatik auf neue sinnvolle Weise. Die zweite Geschichte, vom Wohnungssachbearbeiter Ossokin, die in den fünfziger Jahren und am Ende unseres Jahrhunderts spielt, sagt uns: Niemand soll sich herauszureden versuchen mit der Entschuldigung: Woher soll ich wissen, wer sich in der Zukunft als Genie erweisen wird? Wir habén die Pflicht, das Schöpferische im Menschen zu erkennen. Granins neue Novellen sind Vorstöfie in zwei weit voneinander entfernte literarische Gestaltungsweisen: „Unser Bataillonskommandeur" ist eine psychologische Erzáhlung, „Der Platz für das Denkmal" ist eine „unwirkliche" Geschichte, parabelhaft zugespitzt, gehört sie ganz ins Reich der satirischen Phantastik. Beide Novellen zeugen von Granins neuer gedanklicher und künstlerischer Reife.