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Unser Hauskalender 1991 [antikvár]

Johannes Ottenthal, Josef Csák

 
Das Rad der Geschichte dreht sich zur Zeit schneller, als wir es erahnen, geschweige denn erwarten durften. Mit der Vereinigung der zwei Nachkriegsstaaten auf deutschem Boden entsteht ein Rumpfdeutschland, áhnlich dem Rumpfungarn nach dem Ersten Weltkrieg. Dies müssen wir, so schmerzlich es auch für manche sein mag, um des Friedens willen hinnehmen. Die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und die noch laufende zwangsweise oder freiwillige Rücksiedlung - Aussiedler waren ihre Ahnen, als sie nach dem Osten zogen - deutscher Menschen aus...
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Das Rad der Geschichte dreht sich zur Zeit schneller, als wir es erahnen, geschweige denn erwarten durften. Mit der Vereinigung der zwei Nachkriegsstaaten auf deutschem Boden entsteht ein Rumpfdeutschland, áhnlich dem Rumpfungarn nach dem Ersten Weltkrieg. Dies müssen wir, so schmerzlich es auch für manche sein mag, um des Friedens willen hinnehmen. Die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und die noch laufende zwangsweise oder freiwillige Rücksiedlung - Aussiedler waren ihre Ahnen, als sie nach dem Osten zogen - deutscher Menschen aus dem Osten beschlieftt einen historischen Vorgang. Vor 300, 500, 800 und mehr Jahren riefen die Herrscher des Ostens deutsche Bauern, Handwerker, Bergleute und Kaufleute, um die Wirtschaft zu modernisieren, oder, wie nach den Türkenkriegen, das Land neu aufzubauen. Heute braucht man diese Menschen nicht mehr: Der Mohr hat seine Schuld getan, der Mohr kann gehen. Obwohl die Rücksiedlung noch gar nicht abgeschlossen ist, rufen die Herrscher im Osten schon wieder die Deutschen, um ihre Wirtschaft zu modernisieren bzw. neu aufzubauen. Nicht mehr Bauer und Handwerker sind gefragt, das Wissen und Können unserer Fachleute und Spezialisten, HighTech und harte D-Mark sind begehrt. Ein Treppenwitz der Geschichte! Im Geschehen unserer Zeit droht die historische Leistung der Deutschen im Osten, auch die Leistung unserer Ahnen in Ungarn, in Vergessenheit zu geraten. In unserem Jahrbuch UNSER HAUSKALENDER berichteten wir Jahr für Jahr über unsere Geschichte und über unser Leben in Ungarn. Wir beschrieben, wie unser Volk in harter Arbeit, mit Fleift und Sparsamkeit das Land kultivierte, die Dörfer aufbaute und schlieftlich sich und anderen das tágliche Brot sicherte und dabei die Pflege seiner Kultur nie vergaft! Wir habén dem Vaterland Ungarn jedoch noch mehr gegeben, wir gaben dem Land Menschen! Auch Menschen, die mit ihren Leistungen über die Grenzen des Alltáglichen hinausragten. In dieser 43. Ausgabe unseres Jahrbuches gedenken wir deshalb bereits in den Monatsbildern solcher Persönlichkeiten. Wir beanspruchen diese Menschen nicht für uns alléin, wir wollen nur aufzeigen, was wir dem Land geschenkt habén. Franz Liszt, der gröíke Sohn des Burgenlandes, der sich immer als Ungar bekannte, obwohl er kein Ungarisch sprach, brachte seinem Vaterland mehr Éhre als manch chauvinistischer Hitzkopf; Nikolaus Lenau beschrieb in wunderbaren Gedichten die pannonische Landschaft und machte sie im deutschen Sprachraum bekannt. Auch im Textteil finden Sie Beitráge über Persönlichkeiten, die teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt waren. Zu den Berichten aus dem Leben in Ungarn und der Bestrafung einer Volksgruppe gesellen sich solche, die sich mit der Zeit nach der Vertreibung befassen. Mehrere Aufsátze bezeugen unsere starke Verwurzelung in der Kirche. Auch Eine Reise in die Vergangenheit bescháftigt immer mehr Landsleute. Einige Gedichte von Nikolaus Lenau treffen heute noch unsere Stimmung bei der Fahrt Nach Süden und für Das Wiedersehen. Auch der Angliederung des Burgenlandes an Österreich widmen wir unsere Aufmerksamkeit. Bei der inneren Gestaltung hielten wir uns an die Form des letzten Kalenders. Bei der Auswahl der Texte und Fotos waren wir bemüht, alle Siedlungsgebiete und Ortschaften zu berücksichtigen, soweit wir Beitráge erhielten. Allén Einsendern danken wir für ihre Mitarbeit sehr herzlich. Nur durch Ihre Mitarbeit, liebe Landsleute, bleibt es uns möglich, den Kalender zu erstellen und zu gestalten. Die nicht verwendeten Texte wollen wir für eine evtl. spátere Ausgabe verwahren, die Fotos senden wir in den náchsten Wochen an die Eigentümer zurück. Abschlieftend wünschen wir allén Lesern erbauliche und lehrreiche Lesestunden. Ihre Schriftleitung

Termékadatok

Cím: Unser Hauskalender 1991 [antikvár]
Szerző: Johannes Ottenthal Josef Csák
Kiadó: Schwabenverlag
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 170 mm x 240 mm
Johannes Ottenthal művei
Josef Csák művei
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Vélemény:
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